Zum „Machen“ von Unifizierten Weltbildern

– Eine Systemanalyse für die Wissenstechnik –

von X. Webermeister

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Entwurf aus der Website zum »Unterfangen Weltpuzzle«® -- https://kognik.de

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Stand:         Versions-Nummer = 0,85** --- {fortgeschrittener Entwurf}

Vgl. aus der lokalen kognitiven Nachbarschaft: \Das »Unterfangen Weltpuzzle« – als GANZES; \zum „Machen“ von Theorien; \Der – unifizierungsmächtige – ‚Wissensträgertyp‘: »Abstraktionskegel«; \Das „Fadenkreuz“-Szenario der »Kognik«; \Die ‚Palette der Zoomphänomene‘ – im »Kognischen Raum« + \Die – generelle – ‚Überzoombarkeit der Weltausschnitte + ihrer Dinge‘; \‚orthogonal zueinander sein‘ – ein abbildungsseitiges Merkmal; \Fallstrick: „Absolutheitsbehauptung“; \...

        {Der Index der ‚Grafiken’ und ‚Boxen’ zu diesem Essay findet sich in einer gesonderten Datei}

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Zusammenfassung

Unseren kognitiven Abbildern der Welt und den gängigen Optionen zur Klassifizierung von Wissen fehlt bisher noch einiges an Konformität mit der Realität, dem »Original WELT« selbst, von dem alles an Vorstellungen ja nur „abgemalt“ wird. Anhand eines besonderen Typs von ‚Wissensträger’, dem »Abstraktionskegel«, können Inhalte von Wissbarkeitsgebieten, auch solchen, die auf den ersten Blick hochkomplex und zusammenhanglos scheinen, in einer ‚originalgetreuen‘ Spiegelung der Welt ‚unifiziert‘ werden. Eingangs wird das Paradigma dieses ‚explikationsmächtigen‘ Wissensträgertyps am Paradefall der „Geo-visuellen Weltbilder“ der Menschheit entwickelt. In einem weiteren Beispiel wird dasselbe Paradigma versuchsweise auf den so andersartigen, ebenso heterogenen Weltausschnitt »Kognitiver Prozess« angesetzt. Ein allgemeingültiger Satz an »Freiheitsgraden der Bewegung und des Handelns im Kognischen Raum«, zusammen mit den Gesetzmäßigkeiten dieses außerordentlichen Wissensträgertyps, könnte der Menschheit einmal dazu dienen, so etwas wie einen »Universal-Atlas der Wissbarkeiten« zu erarbeiten.

{Faszinierend als Gedankenspiel zunächst, aber auch – kompromissbeladen – als operationales Werkzeug für die Praxis der Suche nach Wissen, des Verständnisses wahrer Zusammenhänge, der Förderung von Inspiration und der allfälligen Kontrolle auf ‚Denkfehler’.}

Schlüsselwörter: Weltbild; Sichtbarkeit; Wissbarkeit; Phänomen; Unifikation; Explikation; Referenzmodell; Paradigma; Abstraktionskegel; Kognitiver Prozess; Kognitiver Freiheitsgrad; Kognischer Raum; Zoom-Operator; Laterales Denken; Kognischer Universalatlas; Methodik; Rütteltests; … --- vergleiche: \Das »Glossar zur Kognik«

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1.  Unifizierung des Wissens

Mich beschäftigt hier ein uraltes Rätsel der Menschheit: Die Welt steckt offensichtlich voller »Gegebenheiten«. Als Denkobjekte sind diese Gegebenheiten ihrer Art nach höchst unterschiedlich und der Menge und den Zusammenhängen nach extrem komplex. Dennoch besteht seit Urzeiten der Verdacht, dass „Alles irgendwie mit Allem zusammenhängt“ (Parmenides). Das führt – als Herausforderung – zu der zulässigen Frage:

„Gibt es eine gemeinsame Beschreibungsweise,
die am Ende Alles unifiziert,
was über die derart Modell stehende WELT überhaupt wissbar ist?“

Falls solch ein Paradigma existiert, wie müsste es (mindestens) aussehen? Auf welche Weise sollten wir daher unsere – bisher noch weitgehend isolierten – Wissensgebiete am besten reorganisieren?

Das folgende Essay und Plädoyer bringt Zwischenergebnisse aus einer umfassenden Systemanalyse in dieses Rätsel: Argumente für seine grundsätzli­che Lösbarkeit und erste Einblicke in eine unerwartete Methodik. Der Studien- und Lösungsansatz wird an­hand zweier höchst unterschiedlicher Wissbarkeitsgebiete verdeutlicht, beide – ohne mein Zutun – als ‚Weltausschnitte’ gigantisch in ihrer Ausdehnung und vielseitig im Inhalt. Beide jedoch hier nur per Siebenmeilenstiefel durchschritten.

{Weitere Beispiele für die universelle Anwendbarkeit dieses Paradigmas werden in <späteren> Lieferungen folgen.}

2.  Realität und Abbild

Viele Philosophen und Wissenschaftler haben es als unumgängliche Gewissheit bereits betont:

All unsere Kenntnis von der Welt, jede Vorstellung, egal ob Ausschnitt bzw. Modell im Großen oder im Kleinen, alles ist nur Abbild. „Wissen“ ist eine seltsame Art von Spiegelung der Wirklichkeit. Die Gegebenheiten dazu befinden sich allemal draußen, in einer externen Realität. Diese Realität kognitiv zu fassen, gelingt uns nur auf indirekten Wegen. In gewissem Sinne erfinden sich Tier und Mensch ihre eigene Welt. Mit der erst können sie das tatsächliche Original wenigstens teilweise erkennen, es so für ihren Lebensalltag in den Griff bekommen. Und es – als denkender Mensch zumindest – sogar in seinen konstituierenden Details studieren. Oder nach Belieben mit ihm herumspielen. [1] 

Im Folgenden werde ich bei der Wiedergabe von „Wissen über die Wirklichkeit“ eine besondere Trägerstruktur verwenden, die ich »Abstraktionskegel« nenne. Deren paradigmatisch außerordentliche Mächtigkeit beim Zusammenführen heterogener Wissenselemente zu verdeutlichen, ist hier mein eigentliches Anliegen.

In Abbildung 1 [2] ist unten mit dem ovalen Gebilde „Die Wirklichkeit“ angedeutet. Sie ist das Eigentliche, das externe Original, das wir uns im eigenen Geist mal als GANZES, meistens aber in wechselnden Ausschnitten und Perspektiven darzustellen bemühen. Unter „Wirklichkeit“ verstehe ich dabei vom Umfang her die komplette „Vereini­gungsmenge dessen, was irgend zur WELT wissbar ist“.

Unter einem gemeinsamen Hut, dem oberhalb des Ovals separat eingezeichneten kegelförmigen Gebilde, im ‚Abbildungsseitigen dazu‘ also, sollen später einmal alle Teilerkenntnisse und alle irgend ausdenkbaren Modelle, Abstraktionen, Diskursräume und Einzelbehauptungen stehen und dort zu einem einzigen, gemeinsamen, originalgetreuen, wohl-strukturierten Transformationsprodukt konvergieren. Zur bestmöglich in sich selbst zusammenhängenden ‚Spiegelung’ dieser ‚Äußeren Welt’.

Außen um den Kegel herum sind Symbole für die unterschiedlichen ‚Typen von Wissensträger‘ eingezeichnet, in denen uns das dafür einzuordnende Wissensmaterial üblicherweise begegnet. [3]

 

Abbildung 1: Die Palette an ‚Wissensträgertypen‘

Als sehende Menschen hat uns die Alltagserfahrung mit den »Sichtbarkeiten der Welt« beigebracht, dass jedes Objekt, egal ob groß oder klein, ob isoliert oder mit anderen zusammenhängend, auf vielerlei Art und Weise abgebildet werden kann. So gibt es in der Welt weit mehr an Perspektiven auf Objekte, als es Objekte selbst gibt.

Das Machen von Weltbildern jedoch ist noch komplizierter. Wir müssen dabei – jeweils als freie Variable – zwischen mindestens vier Systemkomponenten unterscheiden:

1.       Die ‚Weltausschnitte’ bzw. die eventuellen ‚Objekte’ darin, die wir kognitiv gerade anpeilen

2.       Die ‚Perspektiven’, die wir zu deren Betrachtung „kameramäßig“ gerade einstellen (wollen)

3.       Die ‚Trägermedien’, die wir zum Aufzeichnen der entsprechenden Bilder benutzen

4.       Das ‚Aussehen’ der dabei entstehenden Bilder und deren spezifische ‚Verfälschbarkeit’.

Das Puzzlesteinmaterial zur Erzeugung von Weltbildern stammt aus höchst gegensätzlichen Quellen, kommt in wechselnden Formen daher und trägt die überraschendsten Merkmale: Alt-Überliefertes neben brandheißer Erkennt­nis, vage Vorstellungen neben „exakten“ methodisch ausgefeilten erklärungsträchtigen Modellen, von Instinkten geprägte Ahnungen neben souverän Ausgearbeitetem, feine Details neben groben Abstraktionen, obskure Hypo­thesen neben verlässlichen Schlussfolgerungen, Schätzungen neben punktgenauen Messungen, Fehlinterpretationen neben nachweislichen Tatsachen, Mutmaßungen neben reinem Wunschdenken. Außerdem manch mehr oder weniger konkret spezifizierte Einsicht in die bei uns selbst noch bestehenden Wissenslücken – und anderes mehr. All diese Bausteine mit ihren vergleichsweise breit streuenden Anwendungs- und Geltungsbereichen wollen – mitsamt den entsprechenden Fragen – „korrekt“ miteinander verzapft und unter einem einzigen gemeinsamen Dach solange transformiert und umarrangiert werden, bis – so lautet die Vision – dort Alles wie ein Gelöstes Puzzle stimmig zusammenpasst. – (vgl. nochmals die Abbildung 1) [4]

Falls das überhaupt erreichbar ist bzw. jemals erreicht würde, stünde uns in der Rolle eines ‚Referenzideals’ ein vollständiges Abbild der Welt zur Verfügung: Eine Art gemeinsamer Wissensbasis, die Alles und Jedes über diese Welt schon irgend Gewusste oder auch nur Behauptete fertig zum Abruf bereithielte. Und zwar jeweils an einer festen naturgegebenen Position im dafür zu verwendenden gemeinsamen Diskursraum. Für Alles nicht oder noch nicht Gewusste wäre an einer ebenfalls zweifelsfreien Position zumindest schon ein „Weißer Fleck“ vorgehalten – als Platzhalter für das dortige, bislang Unbekannte: Insgesamt also so etwas wie ein "Universalatlas der Wissbarkeiten". [5] [6]  [7]

Auf den ersten Anhieb scheint eine derart gigantische Unifizierung aussichtslos zu sein.

Die qualitativ besten „Bilder“, die sich der MENSCH bis dato von der WELT hat schaffen können, kommen, an diesen Forderungen gemessen, nicht einmal an einen Flickenteppich heran. Selbst wenn viele der Wissbarkeiten, um die es geht, schon seit uralten Zeiten so existieren und sie allesamt sogar aus ein und derselben immer gleichen Quelle stammen – der einen und einzigen realen WELT –, materialisiert sich dasjenige, was wir in Menschliches Wissen umsetzen, nur Fleckchen für Fleck. Jedes Puzzlesteinchen, auch jede „fertige“ Wissensscholle bleibt dabei an den Rändern weiterhin „ausgefranzt“. Das Bild zum GANZEN, das bisher herauskam, ist von Eindeutigkeit weit entfernt. In vielen Aspekten irritiert dies sogar uns selbst. Widersprüchliche Interpretationen ein und derselben WELT boten der Menschheit so manchen Anlass für Konflikte.

Dabei ist dieses „Fleckerlbild“ reichlich unübersichtlich: Wenig effizient für das Lernleben des Individuums; oft kaum hilfreich beim Umgang mit den großen und kleinen, häufig komplexen Fragen der Welt, sei es in Wissenschaft, Technik, Alltag, Rätsel oder Spiel. Ziemlich ungeschickt also als Input für den „Denkprozess an sich“.

Zusammenfassung zu diesem ersten Teil:

Auf den ersten Blick scheint das offensichtlich gigantische »Unterfangen Weltpuzzle« aussichtslos zu sein. In der Kulturgeschichte der Menschheit sind – Hybris oder nicht – nachweislich schon viele daran gescheitert.

Doch ein gewisses Maß an „Gewusst wie“ und „Anders als bislang gedacht“
gehört sicherlich mit zu seiner LÖSUNG.

-------------------------------- Hier:  Sollbruchstelle Nr. 1 – bei einer Veröffentlichung als "Fortsetzungsroman"-------------------------------

----- Ende der Introduktion in dieser Art von „Symphonie“ ----


 3. Der Abstraktionskegel für den Bereich des: „Visuell Erfassbaren“ – als Paradefall

Trotz solch verständlicher Zweifel und vieler auf den ersten Blick plausibler Einwände können wir diesbezüglich jedoch schon auf einen großartigen Unifizie­rungserfolg verweisen. In einem bestimmten Wissbarkeitsbereich sind all unsere Vorstellungen zur Welt im Grunde genommen längst im obigen Sinne unifiziert. Somit mittlerweile allseitig kon­sistent und übersichtlich. Ich spreche von einem bestimmten Aspekt der Gegenständlichen Welt: Die Art und Weise, wie wir uns heute Dinge vorstellen, die visuell erfasst werden können. Die unterschiedlichen Wege, die wir einschlagen, um die entsprechenden Teilkenntnisse zusammenzuführen und sie in ein einziges gemeinsames Denkschema einzuordnen, lassen sich kaum noch weiter ver­bessern. Für diesen speziellen ‚Weltausschnitt’ sind die obigen Maximen längst erfüllt. Und es ist als Denkschema – aus gutem Grunde – gerade der »Wissensträgertyp Abstraktionskegel«, der uns diese Perfektion verschaffte.

Ich möchte das (für viele Leser neuartige) Konzept »Abstraktionskegel« zunächst an diesem vergleichsweise einfachen Paradefall ableiten. Später werde ich es dann – als ersten Beleg für seine gebietsunabhängige Einsetzbarkeit – auf einen krass andersartigen, weitaus schwieriger zu erkundenden Wissensbereich übertragen, auf den des »Kognitiven Prozesses« und damit auf das ‚Denken an sich’ in all seinen Variationen.

Noch später – jedoch nicht mehr in diesem Essay – werde ich das Paradigma als generelles methodisches Konzept vorstellen, das ähnlich formal wie eine Mathematik bei jedwedem Weltausschnitt und in beliebigen Anwendungsgebieten gleichermaßen mit immer denselben Gesetzmäßigkeiten und strikten Vorgehensregeln einsetzbar ist. Ein Paradigma, das uns irgendwann einmal zur endgültigen »LÖSUNG des Puzzles WELT« verhelfen kann. [8]

3.1.  Zoomen im Raum der Sichtbarkeiten

Stellen Sie sich vor, wir würden, hier vom Fleck weg, mit einem Raumschiff ins All starten. Während der ganzen Reise (↑) beobachten wir all das, was gerade hinter uns zurückbleibt. (Abbildung 2)

Abbildung 2: Abfolge der Ansichten im ‚Guckloch‘

Der „Inhalt“ des Blickfeldes ändert sich ständig – ohne Zutun unsererseits: Anfangs vielleicht nur dieser Stift, kurz danach der ganze Hörsaal, bald die ganze Stadt in all ihrer Komplexität. Und jedes Ding jeweils inmitten seiner eigenen natürlichen Umgebung. Schon erscheint Ihr Heimatland als GANZES. Und wird ebenfalls zurückgelassen.

Wenig später umschließt das so gucklochartige Blickfeld den ganzen Kontinent und irgendwann den gesamten Planeten ERDE (Abbildung 3). Mit dieser Art von Zoomfahrt könnten wir fortfahren, weit über unsere Milchstraße hinaus, bis hin zu den (mutmaßlich endlichen) Grenzen unseres 13,8 Milliarden Jahre alten Universums. Umge­kehrt, könnten wir uns Dinge wie diesen Stift – oder was auch immer – ganz aus der Nähe anschauen, durch eine Lupe, durchs Mikroskop und immer weiter bis hinunter in die Sphären seiner Moleküle, Atome und Quarks. [9]

Abbildung 3: Zwei Stück unter den unendlich vielen, prinzipiell anlegbaren ‚Weltausschnitten‘

Innerhalb dieses Szenarios ändert sich auf Seiten des „Beobachtungsapparats“ während dieser gigantischen Zoomfahrt nicht das Geringste: Das eigene Auge funktioniert – trotz aller ihm „dargebotenen Wunder“ – auch da ganz normal. Das Sichtfenster (fototechnisch: "Der Sucher") ändert sich während all der Zoomerei in seiner Größe und Leistungsfähigkeit kein bisschen. Ganz im Gegensatz zu den in ihm als Passepartout nacheinander aufscheinenden „Inhalten“, den ‚Weltausschnitten’, den darin zur Ansicht kommenden ‚Wissbarkeitslandschaften’, ‚Objekten’ oder ‚Systemen’.

Das Szenario gibt jedoch – zu jedem Zeitpunkt – immer nur einen einzigen Ausschnitt auf die Welt frei. Trotzdem erscheinen unterwegs im Blickfeld massenhaft weitere ‚Objekte’. Und jedes von ihnen schleppt seine eigene Menge an ‚Wissbarkeiten’ mit sich. Der Diskursraum des GANZEN, das Zoomszenario selbst, deckt natürlich außer den wenigen von mir wie zufällig genannten „Ankerpunkten aus der Materiellen Welt“ (Stift, Hörsaal, Stadt, Kontinent, ...) irgendwann auch all die anderen auf der ERDE sichtbaren Dinge ab. Am Ende selbst diejenigen des fernen, noch nie überall aus der Nähe gesehenen Kosmos und diejenigen der Tiefe des gesamten Mikrokosmos. Und das ausnahmslos und alle in der originalseitigen Komplexität ihres eigenen Mit- und Nebeneinanders! Innerhalb des seiner Größe nach immer gleichbleibendem ‚Guckloch‘ werden beim Hochzoomen die gerade sichtbaren ‚Weltausschnitte‘ dabei nur immer größer – die darin erfassten ‚Objekte’ scheinbar ständig kleiner. Umgekehrt ist es bei jedem Zoomen nach unten zu. (Abbildung 4 linker Teil)

Abbildung 4: Verschiedene Darstellungsweisen zu ein und demselben GANZEN

Zu jedem von uns visuell gerade angesteuerten „Ding“ gibt es immer gleich eine ganze Nachbarschaft außen drumherum. Bilder stecken nun einmal voll mit ‚Sichtbarkeiten’ (und zusätzlich voll mit ‚Wissbarkeiten’). Jeder Blick- oder Ankerpunkt, jede Attraktion, jedes Wahrzeichen, von dem wir uns gerade entfernen, liegt erkennbar in einer bestimmten Umgebung aus anderen Dingen. Jeder ‚Weltausschnitt’ und jedes spezifische „Objekt“ kann somit auch als Serie geschachtelter Kontexte betrachtet werden. (Abbildung 4 rechter Teil). In ihrem jeweiligen ‚Abstraktionsgrad’ sind diese Kontexte getrennt ansteuerbar – allein schon über die reichlich mechanische Operation des Zoomens. Die jeweils aufscheinenden Inhalte im ‚Guckloch‘ lassen sich jedoch ohne weiteres auch austauschen.
Per bloßem Herumschwenken dieses Gesichtsfeldes.

3.2.  Der unifizierende »Wissensträgertyp Abstraktionskegel« – visualisiert

Lassen Sie uns nun den zweiten Teil dieses (gedanklichen) Videos erweitern. Stellen wir uns, in Umkehrung der ursprünglichen Zoomrichtung, die ERDE eine Abfolge von Fotos aus dem All vor:
Alle paar Sekunden eine zusätzliche Aufnahme, jede noch stärker ihre Details auflösend als die vorhergehende. Alle in ihrem eigenen ‚Maßstab’ also.

Nehmen wir gleichzeitig eine „leichte“ Änderung an dem Szenario vor: Das da gemeinte Objekt soll diesmal immer nur als GANZES abgebildet werden. Das Gesichtsfeld, wenn wir uns der ERDE nähern, soll jetzt ständig den gesamten Erdball umrahmen. Das zuvor in Größe und Kapazität noch starre ‚Guckloch‘ passt sich jetzt in seinen Ausmaßen dem scheinbar immer größer werdenden Objekt an.

Die ERDE wird dabei – im Gegensatz zu dem hier im Hörsaal bzw. im Park der Videoversion startenden lokalen Szenario – immerzu komplett abgebildet. Bis in all ihre Ecken hinein. Jetzt zeigen sich unterwegs auch alle anderen bleistiftgroßen Objekte, all die anderen Gebäude, Länder und Kontinente. Und statt nur dem einen genau studierten Kohlenstoffatom auch jedes andere Atom auf Erden. Egal ob von derselben Ordnungszahl oder irgendeiner anderen. (Abbildung 5)

Abbildung 5: Eine Zoomspur in der Seitenansicht

Anfangs reicht für die derart komplette Wiedergabe des Erdballs eine Aufnahme in Briefmarkengröße aus. Oder im Handflächenformat. Kurz danach braucht dasselbe ‚Objekt ERDE’ ein Fotopapier hundertmal so groß. Noch näher herangezoomt, wird sein Abbild bald Quadratkilometer groß. Noch später – jenseits des Maßstabs 1 : 1 – würde selbst die an sich so riesige Erdoberfläche schon nicht mehr ausreichen, um auf ihr das eigene Abbild unterzubringen. Von der Auflösung im mikroskopischen und atomaren Maßstab ganz zu schweigen. Für die würde irgendwann selbst die gigantischste Galaxie nicht genügend „Platz bieten“. (Abbildung 6)

 

Abbildung 6: Der Weltausschnitt + sein ‚Abstraktionskegel‘

Würden wir andererseits diese Bilder in für uns Handhabbare Ausschnitte zerstückeln, so stiege die Anzahl der „Einzelbilder pro Schicht“ – auch die Anzahl der Seiten für einen wahrhaftigen „Universalatlas des Planeten ERDE“ – mit jeder neuen Schicht quadratisch an. Ebenso passiert das mit der Anzahl der Bytes, die wir im Computer zur Speicherung all der Bilder – in für alle gleich guter Bildschirmauflösung – bräuchten. [10] [11]

Würden wir, stattdessen, die noch unzerschnittenen Gesamtaufnahmen ihrer abnehmenden Größe nach übereinanderlegen oder eine Serie von auf Pappe aufgezogenen Weltkarten entsprechenden Formats zu einem einzigen Stapel vereinigen, so käme als Ergebnis dieser Schichtung – zwangsläufig – eine bestimmte Gestalt heraus: Eine eindeutige, höchst charakteristische äußere Form für dieses – jetzt offensichtlich rein abbildungsseitige – „GANZE“. Ein ‚Wissensträgertyp’, der seinem Erzeugungsmechanismus nach die Bezeichnung »Abstraktionskegel« wohl verdient! – (vgl. Abbildung 7) [12]

Abbildung 7: Abstraktionskegel samt ‚Überzoomungsbereich‘

*****

(Fußnote: Neben dem „Stapelungs“-Szenario eine weitere Form der Ableitung des »Wissensträgertyps Abstraktionskegel«

Stellen Sie sich lauter Lichtleiter der Dicke Null vor. Von einer einzelnen ‚Sichtbarkeit‘ – als Quelle – aus führe eine einzelne Faser als „Draht“ zur momentanen Position des ‚Beobachter’ und übermittelt diesem diese (oft fernab von ihm liegende) „Sichtbarkeit“ als: ‚wissbares’ Signal. Dann erweitere man das Szenario „raumgreifend“ auf ganze Faserbündel: Zunächst für alle Sichtbarkeiten eines bestimmten ‚Weltausschnitts‘ einzeln (etwa zu irgendeinem „Objekt“ oder einem bestimmten ‚Teil’ einer in Gedanken heraus-gestanzten Landschaft), dann – ‚raumgreifend noch weiter‘ – für jede einzelne Sichtbarkeit der WELT als GANZER. Jedes Mal ziehe man individuelle Verbindungsfasern. Unmengen von Fasern also – und allesamt treffen sie in einem einzigen Punkt zusammen: Im momentanen „Standort des Beobachters“ im klassischen Raum. Zusätzlich dann noch dasselbe für jede der zum selben ‚Weltausschnitt‘ ansonsten noch anlegbaren ‚Perspektiven’. Auch dann treffen die Fasern in diesem Punkt (des noch immer klassischen Raums) zusammen.

Jetzt ist es zwar einsehbar, wiederum aber nicht mehr in Gänze vorstellbar. Da der Beobachter wie im ‚ZehnHoch‘-Szenario ja unterschiedliche Positionen im Spielraum zwischen: „Konkret aus der Nähe“ und „Abstrakt aus weitester Ferne“ einnehmen kann. Weil sich mit dem Zoom-Ring seiner Kamera entsprechend herumspielen lässt [13], vervielfacht sich die Anzahl der Fasern noch weiter. Trotzdem: All diese ‚Wissbarkeiten‘, ‚Sichtweisen’ und ‚Relativitäten’ entstammen quellseits einer einzigen ‚originalseits Modell stehenden’ Wirklichkeit. Bei deren allerhöchster Abstraktion stoßen die Fasern also wiederum in einem einzigen (noch mehr „Sichtbarkeiten“ unifizierenden) Punkt zusammen. Dieser Punkt aber liegt sicher nicht mehr im Klassischen Raum. Denn unter den vier dessen Diskursraum aufspannenden Achsen (Einsteins ‚Raumzeit’) kommt die »Zoomachse« – die entscheidende Dimension und Variable dieses Szenarios – noch gar nicht vor.

Das dabei insgesamt entstehende Gebilde hat offensichtlich wiederum die Gestalt des »Abstraktionskegels«. Mit denselben Eigenschaften und derselben Palette an Optionen zum Umgang damit. Im Gegensatz zu den geradlinig im Auge ankommenden Photonen des Landkarten-Szenarios kann hier das einzelne Signal auch um die Ecke laufen. Unterwegs kann es ohne Weiteres irgendwo in irgendwelchen Schleifen lose herumliegen. Oder in der Gegend herum geschmissen werden und dabei, mal in zufälligem Durcheinander, mal in gewollten Verknotungen, zueinander in manche Arten von ‚Nachbarschaftsbeziehung’ geraten, die so ‚originalseits‘ gar nicht begründet sind.

Würde man unterwegs – an zufälliger Stelle – ein Teilbündel durchschneiden und die bloßgelegten Enden direkt an einen Bildschirm anschließen, so ergäbe sich dort im Pixelbild kaum jemals etwas, was irgendwie interpretierbar wäre, geschweige denn etwas, das – wie gewünscht – als Abbild eines einzigen Allem gemeinsamen Originals zu erkennen wäre.
Hinsichtlich der jeweiligen Anfänge und der Enden der Fasern jedoch bliebe es selbst dann noch bei der sowohl für das GANZE als auch für seine ‚Ausschnitte‘ so natürlichen Kegelgestalt!)

– [\Das – ‚originalseits‘ dort unabänderlich – angetroffene Merkmal: »Einsheit in Vielheit der WELT«; \Beliebige ‚Kegelschnitte am Abstraktionskegel’; \Der ‚Weltausschnitt’ – als solcher; \„Selbstähnlichkeit“ im »Kognischen Raum«; \Das „Lichtleiter“-Szenario der »Kognik«; \...]

--------------------------------- Hier: Sollbruchstelle Nr. 2 bei einer Veröffentlichung in Teillieferungen --------------------------------

3.3  Der "Abstraktionskegel alles Sichtbaren" – in Erweiterung dieser Systemanalyse

Dieselbe Operation des „Stapelns zoommäßig zueinander komplementärer Abbildungen“ lässt sich genauso gut überall sonst irgendwo in der WELT veranstalten. Der Planet ERDE ist dafür in keinerlei Weise einziggestellt. Bei jedwedem ‚Weltausschnitt‘, egal ob mit einem so ‚interessanten‘ Gegenstand zum Inhalt wie diesem „Bleistift“, dem „Blauen Planeten“ innen drin oder mit überhaupt irgendetwas ‚objektmäßig bereits Abgegrenztem‘ im Visier kommt es bei dieser Zoomerei und Stapelei im Ergebnis unweigerlich zu der ‚Gestalt des Abstraktionskegels‘. Selbst dann noch, wenn der Ausschnitt als Untersuchungsobjekt von sich aus durchsichtig wäre. Oder was seinen Inhalt betrifft vakuum-leer. [14]

– [\Die „Welt der Materie + Energie“; \Die ‚Raum-Flanke‘ des »Referenzideals« – klassisch dreidimensional; \‚Vakuum‘ im Kognischen Raum; \...]

Egal, ob im Original klein oder groß, rund oder eckig, dünn oder dick, flach oder gebirgig, kompakt oder aufgeschäumt oder irgendwie vernetzt, statisch oder dynamisch, klecksartig oder puzzlesteinförmig, bei ihrer »Transformation in den Kognischen Raum« enden all diese Dinge nach kognisch oben zu [15] immerzu in einem derartigen Punkt. Selbst einem – zuvor irgendwie fest-abgegrenzten – bloßen »Stückchen Klassischen Raums« würde es so ergehen! 

Das ist der Grund, warum ich allen Abbildungen, sobald es irgend um einen ‚Fest-umrissenen Weltausschnitt’ geht, sobald sie die Seitenansicht im Wissensraum zu einem bestimmten in sich zusammenhängenden Gebiet von Sichtbarkeiten oder entsprechend einem Gebiet von Wissbarkeiten ausdrücken sollen, dem jeweiligen „Lokalen gemeinsamen Hut“ von vorneherein die Kegelform als Soll mitgebe. Egal, wie groß das Nichtwissen innen drin bei den Details auch sein mag, egal was von den originalseits lokal vorzufindenden Wissbarkeiten wir – aus Unvermögen oder ihrer Übersichtlichkeit wegen – gerade zu verschweigen belieben.

Die Allgemeingültigkeit dieses ‚Wissensträgertyps’ reicht noch weiter. Die Gesamtmenge der in der Welt überhaupt anlegbaren ‚Ausschnitte‘ – und damit automatisch auch die Sichtbarkeiten zu allen „Objekten“ innen drin – ist über die genau selbe Operation des Hochzoomens zu einer einzigen riesigen LÖSUNG unifizierbar: Sollen auch noch diese Ausschnitte beschreibungsmethodisch unter einen einzigen gemeinsamen Hut gebracht werden, entsteht als Gestalt dieser LÖSUNG zwangsläufig etwas Kegelförmiges.

Als Wissensträgertyp wird dieser Kegel in seiner Horizontalen aufgespannt vom Konzept „Materie und Energie innerhalb der Raumzeit“. In seiner Vertikalen vom immer selben, beliebig weit nach oben und unten zu treibenden Operator des Visuellen (bzw. Kognitiven) Zoomens. Oder durch ein entsprechendes ‚Herumreisen’ im jeweils zugehörigen Diskursraum.

Jede den irdischen GLOBUS einschließende „Größere Perspektive“, etwa diejenige von irgendwoher aus der Ferne auf unser Sonnensystem hinab, auf die Milchstraße oder gar auf den Kosmos als GANZEN, wäre in der Abbildung 5 hoch oben – weit über dem „Top-Punkt“ für die ERDE selbst – als ein diese Perspektive von dort aus umhüllender Kegel nachzutragen. In seine Breite hinein ließe dieser Superkegel sich bei Bedarf mit den Partialkegeln zur Darstellung anderer Planeten, all der anderen Galaxien und all der anderen in der WELT sonst noch existierenden bzw. momentan gerade interessierenden Materiellen Objekte auffüllen. Alle Dinge würden in ihren eigenen „nachbarschaftlichen Beziehungen zueinander“ und den jeweiligen „Entfernungen zueinander“ immer genau so dargestellt, wie sie unterwegs bei der zoomenden und schwenkenden Änderung der Perspektiven im ‚Guckloch’ gerade aufscheinen. – (vgl. Box 1)

Box 1: Phänomene beim Visuellen Zoomen

Die Zoom-Operation ist durch eine gemeinsame Menge an Effekten charakterisiert:

1.   Ständig wandert beim „Abstraktions-Zoomen“ eine ungeheure Menge an Wissbarkeiten über den Gucklochrand neu ins Blickfeld hinein. Wozu alle vier Himmelsrichtungen ihren Teil beitragen.

2.   Jedes Objekt oder Merkmal, das unsere Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, bewegt sich unter ständiger Verkleinerung auf das Bildzentrum zu. Und verschwindet dort – wegen der Grenzen des Auflösungsvermögens – irgendwann scheinbar ganz. [16]

3.   Die Komplexität des Gesamtbildes sollte wegen dieses Zustroms an weiteren höchst heterogenen Daten eigentlich bis ins Ungeheuerliche anwachsen. Doch ein Prozess der Clusterbildung erzeugt in unserem Kopf stattdessen nur neue Muster. In immer umfassenderen Strukturen: „Bausteine“; „Ganze Gebäude“; „Wohnblocks“; „Städte“; „Länder“; „Kontinente“; „Planeten“ und Ähnliches an subsumierenden Objekten unterwegs. Jede Zwischenstruktur schrumpft automatisch – egal wie komplex sie selbst nach innen zu auch sei – ebenfalls in sich zusammen und verschwindet irgendwann – „verlustfrei“ – ganz aus der Sicht. Als bloß noch ‚Punkt’. Und zwar in genau dem Maße, wie sich das diese Zoomfahrt simulierende „Raumschiff“ von ihr weiter entfernt.

4.   Das Szenario reproduziert nur „Sichtbarkeiten“, eine Untermenge der „Wissbarkeiten der Welt“. All sein „Wissen“ gewinnt es direkt an der Quelle: Der Realität. Es ‚spiegelt’ die „Gegebenheiten am Boden“ immer nur so wider, wie diese dort jeweils sind. Eine Filmkamera, statt uns selbst als Raketeninsasse, würde genau dieselben Ergebnisse erbringen: Das Ergebnis der Zoomoperation wird nicht von (irgendwelchen) menschlichen Erwartungen darüber beeinflusst (und verfälscht), was an Dingen als Nächstes ins Blickfeld hineinwandern wird. Sie funktioniert unabhängig von all unseren Denkmodellen, Interpretationen und Behauptungen über dasjenige, was es vor Ort gerade ‚nachbarschaftlich’ zu sehen gibt. Unabhängig von Wunschdenken.

5.   Selbst dann, wenn wir irgendetwas als momentan „Oberstes Objekt“ festhalten (beispielsweise eine bestimmte EI-Zelle, den GLOBUS oder das Universum als GANZES), ändern die Abbildungen von diesem ‚Objekt’ und ‚Weltausschnitt’ sich im Zuge des Herumzoomens dramatisch.
Mehr noch: Der subjektive Eindruck, den wir von den Dingen bekommen, muss sich dramatisch ändern. Spätestens alle paar Zehnerpotenzen weiter in der Detail-Auflösung.

6.   Dennoch schafft es die Zoomoperation – im Gegensatz zu vielen unserer oft leichtfertigen ‚Behauptungen’ über die WELT – nicht, die vorgefundene Kohärenz der Dinge zu durchbrechen. Nachbarschaftsbeziehungen und Entfernungen im Original werden daher genau so in die Bilder übertragen, wie sie in der Wirklichkeit vorliegen. Bzw. so, wie sie vom Linsensystem der Kamera gemäß den Gesetzen der Optik gerade abgebildet werden. Zwischen all den in diesem Szenario machbaren Abbildungen herrscht als zwingendes Gesetz: ‚Einsheit und Konsistenz total‘.

Die Operation des » K o g n i s c h e n  Zoomens« wird später
anhand eines Satzes analoger Phänomene und Gesetze definiert werden.
[17]

(Fußnoten – Optionen für Proben auf Richtigkeit: Die im Abstraktionskegel-Paradigma zwangsläufige Mehrfach-Abbil­dung der Dinge ist folglich keine (der drohenden Komplexität wegen am besten schnell zu beseitigende) Redundanz.
Eher sollte die als willkommene Gelegenheit dafür gesehen werden, entlarvend zu prüfen, wie weit die originalsei­ts stabil existierende Konsistenz auch bei der Beschreibung zum Zuge kommt. Sprich: in der Transformation der Dinge erhalten geblieben ist. D. h. in welchem Maße unsere Abbildungen wirklich Fehlerfreiheit garantieren
             – vgl. das Stichwort: ‚Geltungsbereich einer Beschreibung(sweise)’ + der jeweiligen ‚Behauptungen’.

Sind die Abbildungen unter­einander nicht konsistent (einschließlich all der Ansichten wenn von der Front und der Seite der Dinge her betrachtet oder bei Objekten in Bewegung, aus der „Achterbahn“-Perspektive etwa oder bei einem individuellen Objekt das Aussehen über seinen gesamten Lebenslauf hinweg verfolgt – auch über all seine Metamorphosen hinweg – usw.), dann steckt irgendwo ein (oft schwer zu findender) Fehler in den Abbildungen bzw. im Abstraktionskegel selbst drin. Auch eine bewusste oder unbewusste Täuschung kann beteiligt sein, vielleicht sogar ein gekonnt gemachter Zaubertrick.

Der Lösungs-Kegel ist,
solange er nicht durchgehend frei von Inneren Widersprüchen ist,
noch immer nicht fertig.

Das extreme „Vom Weltraum bis zum Mikrokosmos“-Zoomszenario schaltet alle derartigen Fehler – per knipsender Mechanisierung des Beobachtungs­prozesses – von vorneherein aus!

Sobald jedoch der MENSCH – aus subjektiven Vorstellungen und seiner jeweiligen Intention heraus – ein Thema beschreibt oder ein Objekt in seinen Wissbarkeiten nachzeichnen oder simulieren möchte oder auch nur eine Hypothese über dessen Aussehen aufstellt, ist – ganz abgesehen von eventuell mangelnder Objekttreue im Detail – derartige Fehlerfreiheit nie garantiert. Man denke nur an die inneren Widersprüche in den Weltbildern unserer Vorfahren, über die wir überlegen lächeln, oder die in der Sache befremdlich scheinenden Fundamental-Behauptungen so mancher „Ideologen“ oder „Sekten“.[18]

Im "Sucher-Rahmen des Zoomszenarios", der jeweils nur einen einzigen konkreten Ausschnitt auf die Welt freigibt, erscheinen innen drin, außer den hier zufällig genannten Stützstellen (Stift, Hörsaal...), massenweise weitere Objekte (vgl. Box 1). Unsere Aufmerksamkeit pendelt normalerweise hin und her zwischen dem gerade Auffallenden und dessen wechselndem dynamischen Drumherum. Zu jedem momentan angesteuerten Ding bekommt man immer gleich eine ganze (kognitive) Nachbarschaft zu sehen, d. h. alle Bilder stecken zusätzlich voll mit anderem Sichtbarem (und Wissbarem), hoch-komplex manchmal. Aber immer in einer "originalseits gegebenen" wohldefinierten Schachtelung von Kontexten.

Einerseits sind wir – ‚im Abbildungsseitigen‘ – von diesem »Referenzideal« noch weit entfernt, andererseits schreiten wir auf dem Weg dorthin beschleunigt fort. Andernfalls wäre alle wissenschaftliche Anstrengung, jede Forschungsexpedition, jedes Experiment, auch jedes Sponsoring von Erkenntnisgewinnung sinnlos und umsonst.)

3.4  Invarianz [19] und paradigmatische Mächtigkeit des »Wissensträgertyps Abstraktionskegel«

Offensichtlich ließe sich das reine Zoomen und Stapeln auch für jeden anderen Ausschnitt aus der Materiellen Welt so arrangieren – in exakt demselben Szenario. Das Ergebnis wäre auch in diesem Fall ein »Abstraktionskegel« – mit einem für genau diesen Ausschnitt im Diskursraum eindeutig platzierten ‚Top-Punkt’ als „Gipfel“ darüber. Das Innere der so gewinnbaren Mini- und Super-Kegel müsste jeweils noch um all die (Unter)-Kegel für die anderen Weltausschnitte ergänzt werden, die beim Durchzoomen ganz automatisch mit aufscheinen. Darunter mögen auch Gebiete „aus purem Vakuum“ sein (zunächst „objekt“- und „inhaltsleerer“ LEGE-Raum), der Mond dann irgendwo mittendrin; dann die Sonne; alle anderen Planeten; ganz andere Sonnensysteme; Cluster von Milchstraßen und alles, was wir unterwegs im Ausgangsszenario sonst noch miterlebt haben. (Und all dasjenige, was dort als Puzzlestein noch gar nicht dran kam.)

In umgekehrter Richtung ließe sich jeder x-beliebige irdische Gegenstand, auch diejenigen, die – wie etwa die eigene Hand und der Bleistift – eher im Bereich des Menschlichen Maßes liegen, individuell durchzoomen. Sie mit all seinen Sichtbarkeiten (und Wissbarkeiten im Detail) kegelmäßig abspiegeln. Diesmal jedoch als „Objekt“, nicht bloß als „Weltausschnitt“.

Von irgendeinem beliebigen Detail ausgehend ‚nach oben gezoomt‘, schrumpfen auch diese irgendwann zu einem bloßen Top-Punkt zusammen. Verschwinden dabei scheinbar in den „Höheren Kontexten“, die jeder Top-Punkt zu jeder Zeit im Diskursraum mit sich selbst herumschleppt. (Abbildung 5)

Box 2: Invarianzen beim Durchzoomen des Beispiels „Planet ERDE”

Je mehr an Invarianzen in einem Modell drinstecken
desto größer ist der
 Geltungsbereich über der Realität,
den dieses Modell abdecken soll.

1.   Hochzoomen ist auf der ERDE von jeder beliebigen Örtlichkeit aus möglich: ein Blick durchs Mikroskop, auf einen Ameisenhaufen, eine Picknick-Party, einen bestimmten Aussichts-Punkt ...
Egal, mit welcher Startrampe wir beginnen, der Top-Punkt, der sich am Ende ergibt, ist jedes Mal derselbe: Der „Blaue Planet“ als „GLOBUS unserer eigenen Welt“. Falls wir es mit dem Hochzoomen noch weitertreiben, landen wir als letztem Top-Punkt jedes Mal beim selben „GANZEN“. Dem UNIVERSUM. Dafür könnten wir genauso gut irgendwo anders, etwa ganz unten auf einem Trabanten irgendeines Planeten irgendeiner Sonne irgendeiner fremden Galaxie loslegen. Sogar irgendwo mittendrin im „Leeren Raum zwischen all den Körpern im Weltraum“ starten. [20]

2.   Das für die Zoomoperation charakteristische Geschehen kann in all seinen Phänomenen anhand höchst unterschiedlicher ‚Wissensträgertypen’ simuliert werden: in Worten ausgedrückt wie hier; über Fotos und Filme „geknipst“; anhand von Landkarten und dem Atlas zusammengefasst; über mathematische Objekte beschrieben oder immer feinere „finite“ Netzwerke in allerlei Computerprogrammen dargestellt. Sogar in Gedanken“ – als bloße Vorstellung.

3.   Egal, ob das Herumzoomen vor 5000 Jahren durchgeführt wurde, zum jetzigen Zeitpunkt oder erst in 5000 Jahren, man gelangt für die vor Ort jeweils angetroffenen Wissbarkeiten immer zu ein und derselben Trägerstruktur: Dem »Geo-Visuellen Abstraktionskegel«. Was auch immer Kosmologen und Physiker im gerade begonnenen Jahrtausend zum ‚Wissensobjekt ERDE’ noch entdecken werden oder an den bisherigen Vorstellungen korrigieren, beim Unterbringen dieser Sichtbarkeiten (und der Wissbarkeiten) ergibt sich keinerlei Anlass, an dieser Trägerstruktur irgendetwas zu ändern. Die unifiziert die zugehörigen Sichtbarkeiten --- seit und für alle Zeiten!

4.   Selbst wo irgendwelche Informationen hinter Wolken versteckt sind, ganz im Dunklen liegen oder wegen korngrößen-bedingter Auflösungsgrenzen irgendeines Detektors nicht zu erkennen sind, wird deswegen keines der vorhandenen (sprich: abbildbaren) Objekte, keine der Tatsachen und keinerlei tatsächliches Geschehen aus der WELT selbst verschwinden. Jede „Startrampe“, auch wenn sie unseren Gedanken längst entschwunden ist, ist weiterhin da. Sie würde an genau demselben Ort wiederauftauchen, sobald wir zum betreffenden Weltausschnitt zurückzoomen – für denselben Zeitpunkt. Latent existieren die Örtlichkeiten des Starts auch dann noch. Als eigenständige Sichtbarkeiten und Wissbarkeiten.

5.   Egal wie viel von den Ansichten und Details vor Ort uns unbekannt ein mag („Im Himalaja drin jedenfalls bin ich selbst noch nie gewesen!”) hindern uns partielle Schwächen in der Wissensbasis (über Gebiete etwa, die gerade erst anfangen, ins eigene Blickfeld hineinzurutschen) nicht im Geringsten daran, die lokal zuständige Top-Perspektive – fehlerfrei – zu erreichen: Im Beispiel eben den – wegen der Schwerkraft – von Natur aus runden GLOBUS im „Diskursraum von Raum, Zeit und Materie“. + Die von ihrer methodischen Natur her bereits kegelförmige Trägerstruktur für all die Wissbarkeiten zu ihm – nach deren Transformation in den so ganz anders aufzuspannenden »Kognischen Raum«.

Für die im »Unterfangen Weltpuzzle« angestrebte Totalunifizierung der Dinge,
die so weit über die bloßen ‚Sichtbarkeiten der WELT‘ hinaus
den vollen Umfang der »Realität des Originals WELT« abdecken soll,
müssen wir offensichtlich nach

noch weitergehenden Invarianzen suchen.

Gedanklich ist es nicht sonderlich schwer, das so entstandene Grundkonzept des »Abstraktionskegels«, der als ‚Wissbarkeiten‘ bisher nur die auf der „Erdoberfläche“ erscheinenden Draufsichten unterbringt, um eine Reihe weiterer Puzzlesteine zu ergänzen. Etwa solche:

·         für ein vollständiges Abbild der in Wirklichkeit ja drei-dimensionalen „Irdischen Welt“
– d. h. inklusive aller „Front-Ansichten“, „Seiten-Ansichten“ auf die Dinge

·         für alle Schräg-Sichten auf Teile, Landschaften und Objekte innen drin + dort obendrauf

·         für alle Innen-Ansichten
(wie Rundumblicke in der Wohnung; Das Innenleben eines Termitenbaus oder die innerhalb des lebenden Körpers nur endoskopisch zugänglichen Ansichten von Organen).

Natürlich lassen sich auch diese zusätzlichen Ansichten zum Weltausschnitt ERDE ‚abbildungsseits‘ vergrößern und verkleinern. Zu ihren „Panoramas“ und all deren „Objekten“ ebenso. Genau im Takt des „Zoomens“ bzw. nach Maßgabe einer gerade gemeinten Sollauflösung. Dies beliebig auswählbar. Doch auch über die gesamte Zoom-Spanne hinweg!

Im Gegensatz zu den zwei-dimensionalen Bildern, die sich so leicht auf Papier, Leinwand oder dem Bildschirm unterbringen lassen (etwa die Abbildung 3), wird der aus diesen Transformationen entstehende »Geo-Visuelle Abstraktionskegel« im für ihn zuständigen Raum durch mehr als bloß zwei oder drei Dimensionen ‚aufgespannt’. Das aber macht es uns schwer, dieses Konzept zu visualisieren. Oder es sich sonst irgendwie konkret vorzustellen. Schon in der einfachsten Form braucht es zu seiner Aufspannung gleich vier Raumachsen: Die drei Dimensionen für den Klassischen Raum + eine weitere, davon unabhängige, Achse für den ‚Freiheitsgrad der Zoomens‘, d. h. für die Option, mit der sich der Auflösungsgrad der ‚Modell stehend‘ angetroffenen Dinge überhaupt erst variieren lässt. [21] 

Hinzu kommt als Zusatz-Achse noch so etwas wie „Das Lichtspektrum“. Um all dasjenige Wissbare ebenfalls abzubilden, zu dem wir speziell anhand seiner Farb-Information gelangen können. Wie etwa der ‚Temperatur’ eines Objekts oder Schwarzen Strahlers.

Die riesige Spannweite der elektromagnetischen Wellenlängen, die sich – von überall im Weltall oder dem Erdball aus – zur Beobachtung der Dinge nach Wunsch einsetzen lassen, erhöht die Anzahl der zur Aufspannung des Diskursraums benötigten Achsen also noch einmal. Und erschwert so das Abbilden und „Sich auf einmal vorstellen“-Können des Ergebnisses in Form des zugehörigen »Abstraktionskegels« weiter. Das – komplette, sachlich richtige – Transformieren dessen, was originalseits gesehen wird, bzw. all dessen, was „innerhalb der WELT überhaupt sichtbar ist“, in diese immer selbe so einzigartig unifizierende Wissensstruktur hinein wird somit zum hoch-anspruchsvollen Arbeitsschritt!

Da innerhalb der WELT zusätzlich noch die Veränderung als Phänomen im Spiel ist, da „Objekte“ selbständig in ein fix gehaltenes Blickfeld eindringen können, aus ihm heraus weiterfliegen, dort gar erst entstehen, sich wandeln und später vergehen, so wie <dieser Bleistift> ja erst einmal fabriziert wurde und später in seinem Lebenszyklus in der Länge immer kürzer wird, muss, als weitere Raumachse, auch die „Zeit“ in das ‚All-umfassende Bild der Dinge‘ einbezogen werden.

Mit dieser letzten Erweiterung des Diskursraums jedoch wäre dann jedweder Zustand auf der ERDE (und letztlich alles sichtbare Geschehen innerhalb der Welt als GANZER von ihrem ersten Anbeginn im Urknall an bis hin zum "Weltuntergang") mittels eines einzigen gemeinsamen Wissensträgertyps ‚unifizierbar‘. Das über genau diese Art von Transformation entstehende ‚Weltbild’ wäre – wenn überall bereits mit den tatsächlichen Sichtbarkeiten gefüllt – lückenlos vollständig.

Vom Allergrößten bis hin zum Allerkleinsten, vom ersten Anfang bis zu ihrem Ende. [22]

Durch diese Integration des – als solcher ja ebenfalls beliebig durchzoombaren – Phänomenbereichs der „Zeit“ wäre jede Art von Änderung in der Materiellen WELT, d. h. alles ‚Geschehen’ egal, ob die Vorgänge für uns gut erkennbar sind oder viel zu schnell oder zu langsam ablaufen, kurzum die gesamte „Geschichte der Welt“ ins ‚Abstraktionskegel‘-Paradigma einbezogen. Und das sowohl im eher ganzheitlichen Überblick als auch im feinsten lokalen Detail. [23] 

Jedoch beschränkt sich das hier entstehende Gesamtbild immer noch – zumindest vorerst noch – auf dasjenige, was "optisch sichtbar“ ist.

Damit wird jedoch nicht nur das natürlicherseits innerhalb der WELT Gegebene und Geschehende abgedeckt, sondern auch der riesige, erst vom Menschen selbst erzeugte Teil der materiellen Welt, d. h. alle Technik, egal aus welchem Zeitalter, egal wie einfach oder komplex. Solange das Ergebnis irgendwie „sichtbar ist“: Werkzeuge; Bauten und Kunstwerke; Reißbrettzeichnungen; ebenso wie alles Schrifttum; ja selbst die im dunklen Schrank eingesperrten Bücher und Filme – noch auf die Rolle gepackt oder später bei der Projektion auf die Leinwand. Das alles, egal wie richtig, praktisch, falsch, fiktiv oder verzerrt die dabei – mal nach Vorlage entstandenen, mal erst von uns selbst so erzeugten – Bilder auch sein mögen. Jede jemals irgendwo von irgendjemandem hingeschriebene Zahl oder Zeile, jedes Graffito oder Gemälde, jede Puppe oder sonstig fabrizierte Dinge sind in diesem Abstraktionskegel mit enthalten. Im gemeinsamen LEGE-Raum am „ureigenen Platz“ jeweils. Und alles, was auf der Welt jemals auf irgendeinem Bildschirm angezeigt wurde oder in Zukunft dort noch erscheinen wird, ebenfalls. Alles an Computer-Animationen und erst noch zu erfindenden „Virtuellen Welten“ findet in dieser Unifikation natürlicherweise seinen „Platz“ schon vor. 

Soweit es die originalseitige WELT betrifft, werden die Dinge dabei bloß abgebildet. Sie werden noch nicht als „Teile“ eines (dem Menschen) sinnvollen Systems interpretiert, noch nicht in einer bestimmten Sprache oder in festgelegter Arithmetik beschrieben. Alles, was irgend auf Foto registriert wird, entbehrt zunächst jeglicher Bedeutung:

All das mit den "Konturen"; "Gegenständen";
"Begriffen"; "Eigenschaften" und "Zusammenhängen";
all das mit den "Mengen"; "Systemen"; "Teilen"; "Anzahlen"; ...
müssen Sie dann schon selber machen,

„Lieber Herr Fotoapparat“! [24]

Und das mit den sonstigen "Objekten" unserer Vorstellung und all den anderen philosophischen und methodischen Kategorien der Weltbildmacherei ebenfalls.

Das somit, allein per Transformation, entstandene hoch-unifizierende Gebilde ist – paradigmatisch offen-sichtlich – äußerst mächtig, sowohl bei der „Ordnung“ als auch der „Explikation“ der anstehenden Dinge. Die Schwierigkeit für uns liegt darin, sich dieses seltsame, dennoch zwingende Gebilde als das eine GANZE vorzustellen, das es ja ist. Und die konkreten Ausschnitte aus und die Zusammenhänge in ihm für uns immer einsichtig genug zu halten.

– [\Der extra ‚Abgrenzungsschritt‘ – hin zum „Denkobjekt“; \unsere „Biologischen Bindung“ an das ‚Guckloch‘-Paradigma der »Kognik«; \„<…> ist: {…}!}; \„Tricks“ zur Darstellung von Unvorstellbarem; \Die Erste unter „all den Dimensionen der Welt“; \„Unifizie­rung“ + ‚Kegelschnitte im Kognischen Raum‘; \...]

******

Damit aber wäre
– so wie es vom »
Unterfangen Weltpuzzle« angestrebt wird –
zumindest "Alles Sichtbare der Welt" bereits

beschreibungsmethodisch unter einen einzigen gemeinsamen Hut gebracht.

{Oder kennt irgendjemand irgendwo irgendeine Ausnahme?}

Dabei stellt das „Szenario des Visuellen Zoomens“ nur wenige Voraussetzungen. Die einzigen Annahmen sind, dass originalseits irgendwelche Bröckchen oder Brocken von Materie im – bleiben wir vorerst dabei – drei-dimensionalen Raum vorliegen. Dass diese Materiestücke selbstleuchtend sind oder dass sie die Strahlung irgendeiner externen Licht-Quelle reflektieren. Oder sie – auf irgendeine Art von Hintergrund – einen Schatten werfen, sodass sie sich selbst als individuelle Existenzen und Positionen in dem von uns gerade betrachteten Raumwinkel verraten. Voraussetzung ist, dass diese Lichtmenge irgendwie registriert werden kann: als gebündelte Strahlen etwa oder holografisch als Wellenzüge. Oder als Unmengen von einzeln registrierbaren Photonen.

Bei der Wahrnehmung von Atomen und Quarks käme als Frequenzbereich das Pseudo-Licht von Hochenergie-Teilchen mit entsprechend kürzerer Wellenlänge hinzu. Bzw. die rein gedankliche Umsetzung des entsprechenden Wissens in Bild-Simulationen. Als Ersatz sozusagen für die für diese „Art von Bröckchen“ viel zu langwellige, all die vor Ort vorhandenen Details gar nicht mehr in Einzelheiten auflösende klassische Strahlung. [25]  --- §+ Superstrings + Branes / Membranen [26]§

3.5 Charakteristika der Sichtbarkeiten der WELT
      – nach ihrer Transformation in den »Kognischen Raum«

Jeder der auf diese Weise gewonnenen »Abstraktionskegel« wird, neben seiner allen Kegeln gemeinsamen typischen Gestalt durch einen im »Raum der Wissbarkeiten« eigenen unübersehbaren Gipfel, einen dort eindeutig platzierbaren ‚Top-Punkt’ charakterisiert. Denn jedes im fraglichen Weltausschnitt enthaltene „Objekt“ und sei es nur eine dort nachträglich eingezeichnete ‚Umrahmung’ oder sonst irgendein abbildungsseitiges „Muster“ muss unter der Wirkung des Zoomoperators irgendwann bis zum Punkt zusammenschrumpfen. Unabhängig vom konkreten Gehalt an Sicht­barkeiten im momentan ausgewählten ‚Weltausschnitt‘. Bis es tatsächlich dazu kommt, müssen wir nur weit genug nach kognisch oben zoomen. (Abbildung 8)

Wenn also – sei es durch Zufall oder aus Absicht – der fragliche ‚Weltausschnitt‘ genau mit der Umhüllung eines bestimmten „Objekts“ zusammenfällt, mit der ERDE etwa oder dem Bleistift, einer Partitur auf dem Pult oder was auch immer, wird dieser ‚Top-Punkt‘ – gemeinsam mit dem ganzen Kegel darunter – alle Sichtbarkeiten zu genau diesem Objekt enthalten (und letztlich auch all seine Wissbarkeiten). Selbst dann noch, wenn beide – Objekt und Rahmen – während eines weiteren Hochzoomens, wie es nun einmal ihre Natur ist, im Guckloch irgendwann bis zu völliger Unsichtbarkeit weggeschrumpft sind. Wenn sie ‚im Abbildungsseitigen‘ als Objekte nur noch in ‚Überzoomter Form‘ existieren.

Abbildung 8: Die Komponenten des »Abstraktionskegels an sich«

Die Tatsache, dass Wissbarkeiten – zwar nur abbildungsseits, dort aber immer – derart in Latenz verschwinden können, ist faszinierend und irritierend zugleich. Andererseits sind Latenzierungs-Ereignisse in der Welt der Sichtbarkeiten ein uns längst vertrautes Phänomen. Zumindest seit der Renaissance-Maler Filippo Brunelleschi (1413) und seine Schüler erstmals Weltausschnitte mit ihren Dingen „in voller Tiefe und Perspektive” gezeigt haben, haben wir eine methodische Ahnung davon, was es mit Strahlenpyramiden und Fluchtpunkten und Horizonten auf sich hat. Und auf welche Weisen man mit diesen spielen kann. [27]  

Wenn dagegen – anders als im anfänglichen Raumschiff-Szenario in seiner ‚Guckloch-Begrenztheit‘ – der ausgewählte Gegenstand ständig dabeibleibt, den Raumwinkel vor Augen voll auszufüllen (so wie ich es – ohne die sonst gängige Bildung von ‚Ausschnitten‘ – oben in Abschnitt 3.2 am Beispiel des „Blauen Planeten“ durchgespielt habe) wird der ‚Top-Punkt des Abstraktionskegels‘ diesen Gegenstand in gewisser Weise gleich als ganzes Objekt identifizieren (egal ob das Ding einen eigenen „Namen“ hat oder nicht): Allein durch dessen Position im Raum der Wissbarkeiten! Sein Top-Punkt [28] wird das jeweilige Objekt von jedem anders abgegrenzten, von jedem irgendwie mit ihm konkurrierenden (dort anderswo unterzubringenden) Objekt unterscheiden, sei es nun irgendein anderer aus der Menge der „Weltraum-Tra­banten“, ein anderer „Bleistift“, irgendein „Telefonapparat“ – oder was auch immer. [29]

Der langen Rede kurzer Sinn: Zumindest im Wissbarkeitsgebiet desjenigen, was von der Modell stehenden WELT in Form von Sichtbarkeiten erfassbar ist, sind unsere Weltbilder schon heute zu einem einzigen „Unifizierten Abbild der Dinge“ zusammengewachsen: Dinge im Tatsächlichen der „Materiellen Welt“ ebenso wie alles, was als „Virtualität“ und „Sichtbare Illusion“ erst erzeugt wurde, samt allem, was in Raum und Zeit positionsmäßig bloß ‚dorthin behauptet‘ wird. Trotz all der daran im Einzelnen beteiligten Komplexität, trotz der individuellen Unterschiede im Inneren all der jeweiligen Weltausschnitte, trotz all der Optionen bei der Wahl der Perspektiven auf das Original und der Auflösungsgrade für das jeweilige Detail. Die allerunterschiedlichsten lokalen und globalen Konzeptionen, egal aus welchem Zeitalter sie auch stammen – und all die Arten von geometrischer Methodik und jemals ausprobierter Optischer Technologie nicht zu vergessen – haben damit längst die Art von Gemeinsamem Hut gefunden, nach dem oben gemäß Abschnitt 1. in diesem Unterfangen gesucht wird. (vgl. Box 2)

Es stellt sich heraus,
dass der Gemeinsame Wissensträger
für diese Art von „raumgreifender“ Unifizierung
zwangsläufig vom Typ »Abstraktionskegel« ist.  
[30]  [31]

Die hohe Nützlichkeit des derart ableitbaren »Abstraktionskegels für den 3D-Raum« ließ sich in der WELT nicht ewig übersehen, methodisch nicht immer außen vor lassen. Was von den Tieren und den Steinzeitmenschen gar nicht erst bemerkt wurde, hat der moderne MENSCH sich längst zu allerlei an kognitivem Werkzeug zurechtgebastelt.

Die – in Buch und Bildschirm immerzu in bloß zwei Dimensionen operierenden – „Atlanten“ hatte ich erwähnt. Die „Geometrie“ als Wissenschaft ebenso. Auch die Programmpakete zum „Rechnergestützten Entwerfen von Dingen“ (CAD) sind nichts anderes als Werkzeuge, um das Geschehen und die Möglichkeiten in diesem so vielseitig verwendbaren ‚Wissensträgertyp‘ aufzugreifen und „Dinge“ gestaltend zu simulieren. Dabei ist die gesamte CAD-Technik nur um eine einzige originalseits genau feststehende, seit Urzeiten wissbare Menge von Optionen herum organisiert, um ein einziges „Menü an Mausklicks“ sozusagen. Diese Vereinigungsmenge wird uns später als »Palette der Freiheitsgrade im Kognischen Raum« wiederbegegnen.

Doch beachte man: Selbst, wenn man die besten der heutigen Atlanten; Einzelkarten; Kataster; Satellitenfotos; Computerdatei­en; Bohrkernanalysen; ... allesamt in einer einzigen Datenbank zusammenspielt, würde damit der hier in Form seines »Referenzideals« vorgestellte „Abstraktionskegel der Sichtbarkeiten“ erst bruchstückhaft verwirklicht. Stümperhaft kläglich.

– [\Die „Reflexion“ des »Originals WELT« – in der ‚Richtigkeitsinstanz #2s‘]

Man beachte insbesondere die folgende Invarianz: Selbst, wenn die ERDE in Wirklichkeit aus dieser Scheibe bestünde und die Sterne nur die im Mittelalter vermuteten Durchstichlö­cher durch die Schalen des Firmaments wären, würde das – bei der transformierenden Abbildung der WELT – an der Einsetzbarkeit des Wissensträgertyps »Abstraktionskegel« kein Jota ändern. Auch in einer originalseits tatsächlich so gearteten Welt käme man am Ende an dem „Paradigma des sich nach kognisch oben zu einem Punkt verjüngenden Stapels von Karten abnehmender Detailauflösung“ nicht vorbei: Mit genau denselben Freiheitsgraden im Umgang damit wie sonst auch. Nur bei der Anzahl der den zuständigen Diskursraum aufspannenden Dimensionen und entsprechend bei den gerade noch wahren Inhalten würden sich ein paar Einzelheiten ändern. [32]

Es ist gleichgültig („gleichermaßen gültig“), wie gut oder schlecht wir selbst in unserem klassisch geprägten Denken mit den Vorstellungen zur WELT zurechtkommen, etwa mit Einsteins Relativitätstheorien, den Unschärferelationen, dem Biologischen Evolutionsgeschehen und was auch immer.
In jedem Fall kann die originalseitige WELT, egal wie diese nun einmal ist, anhand der »Kognitiven Freiheitsgrade« – und dazu zählt auch die kegel-aufspannende Zoomoperation – studiert und abgebildet werden. Voraussetzung ist nur, man beherrscht bereits die „Richtige Art der Transformation der Wissbarkeiten“ in den ‚Kognischen Raum’.

Dazu sollte man – neben den bloßen Gesetzmäßigkeiten des „Abstraktionskegels an sich“ – möglichst schon die konkrete Aufspannung des »Diskurs- + LEGE-Raums zur LÖSUNG des Puzzles WELT« kennen (bzw. zur Aufspannung des »Referenzideals der Abbildung der WELT«).

Diese Art der Abbildung – doch nur sie – erlaubt es uns sogar, die Welt, in der wir leben und in die wir körperlich unweigerlich eingebunden bleiben, doch noch in gewisser Weise zu „verlassen“ und sie, die WELT selbst, in Teilen oder als GANZES so zu beschreiben, als ob wir sie – und uns selbst innen drin – von außen her sehen könnten. Das ist der Clou des ‚Abstraktionskegel-Paradigmas‘.
Ein methodisch ergiebiger dabei und für alles Herum-Philosophieren der eigentlich entscheidende: Der „Bewegungsspielraum des Menschen als Körperwesen“ und der „Bewegungsspielraum des Menschen als Geistwesen“ sind nun einmal zweierlei! Jeder der – entsprechend unterschiedlichen – Räume hat seine eigenen Freiheitsgrade und seine eigene achsenmäßige Aufspannung. Genau dieses Paradigma aber liefert uns die Möglichkeit dazu. [33] 

Soweit dieser erste, von mir eher didaktisch gedachte Paradefall zum ‚Abstraktionskegel-Paradigma‘. Als Fallbeispiel erledigt er jedoch nur ein erstes Tortenstück des »Puzzles WELT als GANZEM«.
Ein einziges unter mehreren anderen, ähnlich umfassend mit Wissbarkeiten besetzten Tortenstücken.

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Zusammenfassung zu diesem Teil

Hier gelernt: Mit Hilfe der ‚Transformation der Dinge‘ in den »Diskursraum des Wissensträgertyps Abstraktionskegel« ist Unifizierung umfassend möglich – zumindest für die „Sichtbarkeiten der Welt“.

Über den Sichtbarkeiten der »WELT im Original« entsteht – mit der Reinheit eines Einkristalls – abbildungsseits ein ganz bestimmtes in sich stimmiges Gebilde. Jeder ‚Weltausschnitt‘, zumindest solche aus der Materiellen Welt, hat bzw. bekommt so im Abbildungsseitigen ein „Eindeutiges Pendant“!

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Überblick über den Rest dieses Essays (+ des Unterfangens als GANZEM)

1.   Das aus diesem Paradefall heraus entwickelte Lösungsmuster wird verallgemeinert. 

2.   Das entstandene Verfahren wird zunächst an einem, später an mehreren, inhaltlich ganz anders gelagerten Fachgebieten getestet. Damit an Unmengen von oft ähnlich unübersichtlichen Einzelwissbarkeiten aus dem jeweiligen Weltausschnitt.

{Unter dem Einfluss des Zoomoperators ordnen sich auch dort die Puzzlesteine und uns in ihrer Komplexität anfangs verschreckenden Wortfelder auf ganz natürlich Weise. Zu eigenständigen „Unifizierten Tortenstücken des Großen GANZEN“. Die Art der Transformation zwischen dem Originalseitigen und dem Abbildungsseitigen + Das Phänomen „Raumgreifbarkeit per Zoomoperator“ sind für alle Fachgebiete dieselben!}

– [\Das »Pusteblumenlogo der Kognik«; \als – ‚im Abbildungsseitigen‘ extra vorzuschaltender – Arbeitsschritt: Die „richtige“ ‚Transformation der Dinge‘ in den »Kognischen Raum«; \Die »Regeln der Kunst der Kognik«; \...]

3.   §Die Möglichkeiten und Gesetzmäßigkeiten bei dieser Transformation und den Raumgreifungen + Erste Tipps zur methodischen Nutzung der dabei entstehenden »Abstraktionskegel«.§

4.   §Mathematisierung dieses Wissensträgertyps aufgrund seines Charakteristikums als: »Punkt, der sich teilen lässt«

-------------------------------------------------- Ende des 1. Satzes dieser „Symphonie“ -----------------------------------------------


4.  Verallgemeinerung der Hypothese

Meine Behauptung lautet:

Derselbe ‚Typ von Wissensträger‘,
der »Abstraktionskegel an sich«,
eignet sich für die im »Unterfangen Weltpuzzle« angestrebte

Unifizierung ausnahmslos aller Wissbarkeiten.

D. h. auch bei Ausdehnung auf all die anderen Bereiche der Realität,
die sich nicht mehr mit den simplen ‚Gelegenheiten der Sichtbarkeit‘ erfassen lassen.

Auch dann, wenn es nicht mehr bloß um ‚Dinge der Materiellen Welt’ geht.

Bei all den anderen „Tortenstücken des großen GANZEN“,
der originalseits ‚Modell stehenden WELT‘,
führt genau derselbe ‚Wissensträgertyp‘
als Diskurs- + LEGE-Raum ebenfalls zu ihrer LÖSUNG.

Bei der Suche nach der »LÖSUNG des Puzzles WELT«, diesem gigantischen, hochkomplexen GANZEN, sollte man von vorneherein auf den hier vorgestellten ‚Wissensträgertyp‘ setzen:
Auf dieses besondere Konstrukt, in dem für ihn passenden und doch so ungewohnt aufzuspannenden Diskursraum. Damit auf die »Palette der Zoomphänomene« und die besondere Palette an »Freiheitsgraden der Bewegung und des Handelns«, durch die dieser neuartige „Raum“ definiert wird. [34]

4.1  Anforderungen an den Wissensträgertyp zur LÖSUNG des Puzzles

Das würde bedeuten:

A.  Jedes „Ding“ bekommt bei seiner Transformation aus dem Original WELT heraus in diesen zwangs­läufig „ausrollbar-dimensionalen“ Diskursraum, den »Kognischen Raum«, seine eigene feste Position. Zunächst gilt das nur in der Idealreflexion der Wirklichkeit in diesen Raum (dem »Referenzideal der Abbildung der WELT«). Im ‚Puzzle‘-Paradigma entspricht das der „Völlig fehlerfreien“ gemeinsamen Platzierung all ihrer Wissbarkeiten. Alles irgend vorhandene und denkbare Puzzlesteinmaterial, weit über den sowieso schon besseren Wissensstand des Jahres 3000 hinaus, wäre dabei „bereits richtig“ in den Referenz-Raum transformiert.

Der Grund für diese besondere Platzierbarkeit liegt in der Überzoombarkeit der Dinge, einem Phänomen, das zunächst nur für ‚Weltausschnitte’ gilt. Etwas, was aber ab einem bestimmten Grad des Hochzoomens – automatisch – auch deren jeweilige „Inhalte“ im Abbildungsseitigen zum Verschwinden bringt. [35] 

Derselbe Wissensträgertyp, mit demselben unifizierenden Diskursraum, lässt sich auch heute schon bei der Unterbringung unseres – bei weitem nicht perfektem – Wissens über die Welt einsetzen. Fragliches Wissen mag dabei noch aus dem winzigsten und entlegensten der in der WELT überhaupt anlegbaren Weltausschnitte stammen und aus den seltsamsten Perspektiven auf diese. Der momentan zu transformierende Puzzlestein kann als „Ding“ sogar eine bloße Hypothese sein.
D. h. eine von irgendjemandem aufgestellte oder erst in Zukunft aufstellbare Aussage unter Einsatz von mehr oder weniger verlässlichen Rückgriffen auf das »Original WELT« selbst.

Als Behauptung kann solch ein „Ding“ oder „Puzzlestein“ ohne weiteres richtig sein oder falsch.

– [\zur „Abbildtheorie“; \‚Behauptungen‘ – als solche; \...]

B.  Unter dem Einfluss gewisser Operatoren – »Kognitives Zoomen« ist nur eine aus der vollen Palette an Bewegungs- und Handlungsoptionen in diesem Raum – muss sich der einzelne Denk-Posten nach bestimmten festen Gesetzen in diesem Diskursraum herumbewegen, sich dabei in seinem eigenen Aussehen verändern. Denn mit dem in Gedanken jeweils gerade eingenommenen Beobachterposten, dem von dort her angewählten Weltausschnitt, den darin enthaltenen ‚Wissbarkeits-Landschaften’, „Objekten“, „Systemen“ (oder bloßen „Texturen“) und den an diesen jeweils aufscheinenden Merkmalen und Zusammenhängen, muss sich die abbildungsseitige „Spiegelung der Dinge“ auf dem (kognitiven) Bildschirm ihrer Gestalt nach verändern. Das dort momentan entstehende „Bild“ kann aber – im Prinzip wenigstens – ebenso eindeutig vorhergesagt werden, wie es bei den Sichtbarkeiten allein schon anhand des »Originals WELT« und der Gesetze der »Optik« möglich ist, das spätere Aussehen des Fotos und die Gestalt der Dinge auf ihm vorherzusagen.
Solange für die Aufnahme alle Spezifikationen ihrer – allemal sucher- oder rahmenhaften – Abgrenzung und der Bildtechnik genau genug vorgegeben sind.

C.  Charakteristikum von »Abstraktionskegeln« ist es, dass dort, ebenso wie beim Entwerfen von materiell eventuell noch gar nicht existierenden Dingen in CAD-Technik (= computer-gestütztes Entwerfen) alle Wissbarkeiten des gewählten Realitätsbereichs immerzu miteinander konsistent „gemanagt“ werden. Auf Seiten der „Existierenden Realität“ sind die ‚Wissbarkeiten‘ sowieso derart konsistent – d. h. ohne den geringsten Inneren Widerspruch zwischen den einzelnen Blickwinkeln oder all den Zoomschichten. Denn jenseits der individuellen (vielleicht noch gar nicht richtig verstandenen) „Fakten“ gibt es – als WELT im GANZEN – immer nur eine einzige ALLE Wissbarkeiten umfassende Wirklichkeit. Diese originalseits bedingte Tatsache müssen wir – ‚im Abbildungs­seitigen‘ – „bloß noch“ richtig nachzeichnen.

D.  Die Dimensionalität des »Kognischen Raums« und des „Allerobersten Abstraktionskegels in ihm“ sowie die genaue Struktur und Mächtigkeit dieses Universellen Wissensträgertyps wurde von der Wissenschaft – sträflicherweise – noch nicht systemisch genug erforscht. Sonst hätten wir die Grundkenntnisse dazu wohl damals schon im Schulunterricht mitbekommen. (Daher auch das besonders große Fragezeichen in den beiden LOGOS des Unterfangens.) Sobald jedoch diese Arbeit einmal erledigt sein wird, verfügt man über ein gemeinsames Bezugssystem, das für die in den »Kognischen Raum« hinein allfälligen Transformationen immerzu gültig ist. Als ein einziges, qualitativ immer selbes Schema, um dort am Ende „ausnahmslos Alles“ unterbringen. Und es dort zu neuen Gedankengängen kombinieren zu können.

E.   Zu diesem „ALLES“ zählen auch all die großen und kleinen kognitiven Hilfsmittel (wie: „Kategorien; Konzepte; Methoden; Archive; Lehrmaterialien; Benutzeroberflächen; Architekturen; ...“), die im Zuge der Kulturisation der Menschheit evolutiv – und unabhängig voneinander oft – mehrfach in die Welt gekommen sind. (Als: „brainware; software; hardware; orgware; stimulusware; ...“). Wegen dieser – wiederum zoombedingten – Unifizierbarkeit als Hilfsmittel lassen sich all die heterogenen Werkzeuge für den Umgang mit den ‚Dingen des Kognischen Raums’ in Zukunft in einer einzigen »Kognitiven Infrastruktur« zusammenführen. Und diese hinfort als solche „managen“ (Abbildung 9). Ähnlich wie die früher getrennten Möglichkeiten der Bewegung im Klassischen Raum als „Netze und modale Komponenten des Transport- und Verkehrswesens“ (oder diejenigen der „Kommunikation“) heute langsam zu einem einzigen integrierten GANZEN zusammenwachsen und jedem zum Umgang mit dieser Infrastruktur fähigen Nutzer zur Verfügung stehen. Unabhängig von der „per Navigation im Raum“ von diesem gerade angesteuerten Gegend oder seinem speziellen Ego als „Verkehrsteilnehmer“. Auf lange Sicht ist – vorsichtig formuliert – ein »Kognischer Universalatlas« mit eigenen Standards und ebenso einheitlicher Handhabung seiner „nicht-klassischen Landkarten“ nicht auszuschließen. [36] --- (Technisch: Mit all den auch sonst unvermeidlichen Kompromissen aus dem jeweiligen Verhältnis zwischen Nutzerbedarf und Erstellungsaufwand!)

Abbildung 9: Hilfsmittel + ‚Kognitive Infrastruktur‘

4.2  Objekte im »Kognischen Raum«

Ein im Original WELT per Selektion angelegter Weltausschnitt wird nach der Transformation seiner Wissbarkeiten in den »Kognischen Raum« dort auch koordinatenmäßig ansteuerbar. Dieser Weltausschnitt kann – wie im Falle der ‚Sichtbarkeiten der WELT’ – am Ende auch der Klassische Raum als GANZER sein, sofern der momentan interessierende Ausschnitt sich nicht auf irgendein kleines Stückchen davon beschränken soll. Er muss beides aber nicht, denn er kann auch anders. Als Inhalt kann das Hilfsmittel „Weltausschnitt“ ebenso die gesamte ‚Materie des Universums’ umfassen wie nur lokale bzw. erst durch Wunschmerkmale festgelegte Bröckchen daraus. Der Weltausschnitt muss noch nicht einmal dieses. Denn seine Inhalte können auch von ganz anderer Qualität sein als bloße Materie und Energie: Reine „Gedanken“ etwa!

Insgesamt suchen wir im »Unterfangen Weltpuzzle« nach einem universell einsetzbaren Trägermedium zur geordneten Aufnahme ‚beliebiger Wissbarkeiten’. Es geht um etwas jenseits des bloßen ‚Gucklochs oder „Sucherinhalts“ wie es das ‚Szenario der bewegten Kamera’ beherrscht, jenseits der noch Unberührten Leinwand des Malers bzw. dem Leeren Reißbrett des Technikers, jenseits der Tischfläche auch, die für das Legen der Pappkarton-Puzzle freigeräumt wird, jenseits des für jede neue Sendeanstalt ebenso gut geeigneten Fernsehbildschirms oder sonstiger ihre eigenen momentanen Bildinhalte gar nicht „kennender“ Vielzweckdisplays. Jenseits des mit was auch immer noch unbeschriebenen Speichermediums, jenseits des Raumes der Klassisch-dreidimensionalen Geometrie oder der (von vorneherein ziemlich zurecht-verzerrten) Problemräume üblicher Systemanalyse und Modellbildung: Gesucht wird ein ‚Wissensträgertyp‘, bei dem sogar die ‚Durchzoombarkeit der Dinge‘ und dabei die Möglichkeit, von überall und nirgendwo aus philosophisch „meta“ zu gehen von vorneherein integriert ist. Und das, ohne später – deus-ex-machina-mäßig – auch nur auf ein einziges ‚Fremdparadigma zugreifen zu müssen.                   

Eine Art „Eierlegende Wollmilchsau zum Reiten“ also!

4.3  Mächtigkeit des »Wissensträgertyps Abstraktionskegel«

Mit dem »Abstraktionskegel« als Sollstruktur haben wir einen solchen Wissensträgertyp jedoch schon gefunden: Denn egal, woher originalseits ein Weltausschnitt auch stammt, egal wie groß oder klein sein Wissbarkeitsgebiet sei, egal wie zu ihm und seinen Dingen das Wortfeld – in egal welcher Sprache – konkret aussieht und was es im Einzelnen an Begriffen enthält, sofern wir nur genügend weit nach ‚kognitiv oben‘ zoomen, enden all diese Wissbarkeiten irgendwann in einem einzigen „Punkt“. Genau so, wie ich es oben am Beispiel der Sichtbarkeiten abgeleitet habe. Egal, ob das in diesen Wissensträgertyp hinein zu transformierende Ding oder Wissbarkeitsgebiet noch – direkt oder über Umwege – visuell erfassbar ist (wie im Abschnitt 3.3) oder im Diskursraum von Klassischen Raum, Zeit und Materie gar nicht erst unterzubringen ist, weil der Geltungsanspruch auf „etwas ganz anderes“ angesetzt wurde. Oder auf irgendein „ausnahmslos Alles“ hin erweitert. Jedem zuvor irgendwie abgegrenzten ‚Fleck im Kognischer Raum’ passiert – immerzu im Abbildungsseitigen – dieses seltsame „in die Latenz Wegschrumpfen“ all seiner Dinge und Belange. Das aber unweigerlich:

Im dem jeweiligen ‚Weltausschnitt‘ entsprechenden »Punkt der Kognik«!  – (Abbildung 10) [37]

– [vgl. auch \Abbildung 7 + \Abbildung 8; \Definitionsgrafik: »Der Punkt, der sich teilen lässt« – vergrößert; \...]

Abbildung 10: Der »Punkt der Kognik« – einer, der „sich teilen“ lässt

Mit dem Raum für die Sichtbarkeiten der WELT haben wir nebenbei auch schon den Raum erfasst – und ihn als Diskursraum unifiziert -, in dem die gesamte ‚Materielle Welt’ existiert und sich abspielt. Die zur abbildungsseitigen Aufspannung der WELT dimensionsmäßig zusätzlich nötigen Konzepte „Materie & Energie“ – egal ob Riesen-Brocken oder ganz kleine – und all der (ganz und gar nicht mehr zu den Sichtbarkeiten zählenden) Merkmale wie: „Masse“; „Anzahl der gerade beteiligten Atome“; „Lokale Temperatur“; „Zähigkeit“; „Ausgeübte Kraft“ bzw. „Wechselwirkungen untereinander“; „Drehimpuls“; „Isospin“ usw. usw., stammen aus einem ganz anderen Tortenstück der Wissbarkeiten der WELT: Ein weiterer Beitrag zur eigentlich gesuchten LÖSUNG, einer, um den sich Physiker und Kosmologen schon längst kümmern – als eigenständige Flanke des Lösungskegels des »Unterfangens Weltpuzzle« – [\»Pusteblumenlogo«]. Doch deren endgültiger fachlicher Beitrag zum ‚Großen Fragezeichen des Puzzles WELT‘ und die ultimativen Erfolge ihrer fachspezifischen Unifizierungsbemühungen – Stichwort: „Weltformel“ – bleiben noch abzuwarten. Hier begnüge ich mich mit der bloßen Anspielung auf dieses scheinbar so andersartige, eigenständige Tortenstück des GANZEN.

Doch selbst das Wissensobjekt „Die Materielle Welt in Raum und Zeit“ ist innerhalb des »Puzzles WELT« – als GANZES genommen – noch immer nicht Alles. Die Vereinigungsmenge der zu diesem gigantischen Puzzle gehörenden und damit in dem Unterfangen korrekt miteinander zu verzapfenden Wissbarkeiten reicht viel weiter.

4.4  Zwangsläufige Eigenschaften aus der systemischen Vererbbarkeit von Merkmalen

Im »Unterfangen Weltpuzzle« haben wir es – wie oben erwähnt – parallel zueinander mit zwei grundverschiedenen Räumen zu tun. Mit zwei in sich zusammenhängenden Objekten jeweils eigener Aufspannung, mit eigenen Freiheitsgraden und eigenen in ihnen geltenden Phänomenen und Konsistenzbedingungen: Dem „Bewegungs- + Handlungsraum für den Menschen als Körperwesen“ und dem „Bewegungs­- + Handlungsraum für den Menschen als Geistwesen“.

In seiner Beobachtbarkeit und Abbildbarkeit ist der „Bewegungsraum für den Menschen als Körperwesen“, sprich: Der Klassische Raum, automatisch ein Unterraum des zweiten. Viele der – aus dem eigenen Umgang mit dem Klassischen Raum vertrauten oder in der Schulzeit eigens angelernten – Merkmale und Möglichkeiten gelten ebenso bei der Beschreibung des für das »Unterfangen Weltpuzzle« derart massiv zu erweiternden Diskursraumes:

Neben der Möglichkeit zum Heraussuchen oder Herausschneiden von ‚Teilen’ („Weltausschnitte“) und der mehr oder weniger eindeutigen Positionierbarkeit der Dinge gibt es ‚im Abbildungsseitigen‘ noch andere diskursraumtypische Charakteristika, etwa: Richtung, Nachbarschaft, Verzweigung, Nähe und Ferne, Gebiet, Route und Irrweg und manch andere vom obigen Paradefall her ebenso leicht übernehmbare Denkkategorie. All diese abstrakten Konzepte gelten – über den Klassischen Raum hinaus – im gesamten »Kognischen Raum«! Insbesondere kann man im erweiterten Diskursraum allerlei – nützliche oder brotlose – Kegelschnitte, Projektionen, Neukombinationen und sonstigen Optionen und Tricks aus der klassischen Methodik anlegen. Als natürliche Merkmale des ‚Abbildungsseitigen‘ werden sie uns auf Schritt und Tritt begegnen. Denn sie werden – allein vom Abbildungs- und Diskursraumgeschehen her – an beide Räume gleichermaßen “vererbt“.

4.5  Spezifische Erschwernisse

Das „Aussehen der Dinge“ in diesem zweiten Diskursraum lässt sich jedoch nicht mehr so quasi-gratis gewinnen und nicht mehr so automatisch auf die Richtigkeit seiner Darstellung hin überprüfen, wie es beim Aussehen bloß materieller Objekte noch der Fall ist:

Dazu fehlt in diesem Raum und für all die mangels spezifischer Sichtbarkeiten nur in ihm darstellbaren Wissbarkeitsgebiete die Option, das gerade Fragliche schlicht zu „sehen“. Es – möglichst komplementär zueinander – aus allerlei Blickwinkeln heraus zu „fotografieren“. Alles an Darstellungsarbeit für dasjenige, das in diesen Wissbarkeitsgebieten ja ebenfalls nur von einem bestehenden ‚Original‘ her angeboten wird, müssen wir dort selber machen: Durch mühsames Transformieren und Zurechtpuzzeln der allerbesten Erkenntnisse. Und das unter immensen Irrtums- und Fehlerrisiken. Daher sind Unifizierte Darstellungen bisher so selten, wenigstens solche für derart großräumige und hochabstrakte Zusammenhänge, wie sie speziell in der Nähe des ‚Großen Fragezeichens des Puzzles WELT’ von Belang sind.

Überall dort, wo es – mangels Sichtbarkeit und Fotografierbarkeit des gerade Gemeinten – den linken Teil der Abbildung 6 gar nicht gibt, bleibt uns immer noch die Darstellbarkeit der Dinge gemäß ihrem rechten Teil: Dann als Positionen und Formen innerhalb des dafür zuständigen Abstraktionskegels und damit in dem so anders als gewohnt aufzuspannenden „Raum der Wissbarkeiten“.

Das „Aussehen der Dinge im Raum der Wissbarkeiten“ aber ist ebenso eindeutig und in den Zusammenhängen ebenso gesetzmäßig, wie es das uns – praktisch und methodisch – so vertraute „Aussehen sichtbarer Dinge im Klassischen Raum“ ist! [38] [39] [40]

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Zusammenfassung zu diesem Teil

Hier dazu gelernt:

1.       Systemische Anforderungen an die gesuchte LÖSUNG

2.       Die selbständige Existenz des »Kognischen Raums« + des ‚Gucklochs‘ zu seinem Abscannen

3.       Die Sonderrolle des »Wissensträgertyps Abstraktionskegel«
– seine Mächtigkeit / sein Gel­tungsbereich

4.       Chancen und Schwierigkeiten bei seiner bildlichen Vorstellung, beim inhaltlichen Zusammen­puzzeln und im methodischen Umgang mit ihm

Überblick über den Rest dieses Essays + des Unterfangens im Ganzen:

1.       Ein zweiter Paradefall – in genau derselben Grund-Strukturierung

2.       Mehr zum »Abstraktionskegel« und seiner Methodik
– im Vergleich zu den anderen »Wissensträgertypen«

3.       Mehr zur Palette der »Freiheitsgrade der Bewegung + des Handelns in der Kognitiven Welt«

-------------------------------------- Hier: Sollbruchstelle bei einer Veröffentlichung in „Teillieferungen“ -----------------------------

---------------------------------------- Ende dieser Abschweifung in die „Kunst des Komponierens“ ------------------------------------


5.  Ein Paradigma für den »Kognitiven Prozess« als solchen

Grundsätzlich lassen sich höchst unterschiedliche Interessengebiete aus der Realität der Welt herausschneiden und deren Wissbarkeiten – nach der passenden Transformation – gemäß den Vorschriften des »Wissensträgertyps Abstraktionskegel« ordnen und zusammenfügen. Da die Durchzoombarkeit der Dinge eine Eigenschaft bloß der Weltausschnitte ist, bleiben die Phänomene und die Arbeitstechniken dieselben – egal um welches Ding, um welchen Weltausschnitt oder welches Wissbarkeitsgebiet es auch gehen mag.

Ich möchte die Einsicht in diese eigentümliche Invarianz des »Wissensträgertyps Abstraktionskegel« in Bezug auf seine Inhalte durch ein zweites Beispiel vertiefen:

Bei dieser Demonstration geht es als ‚Weltausschnitt‘
um den »Kognitiven Prozess« als solchen.

„Denken“ und „Denken-Können“, als eigenständiges Forschungs- und Wissbarkeitsgebiet, gehören in der Aufspannung seiner eigenen Phänomene, Möglichkeiten und Notwendigkeiten in ein völlig anders geartetes „Tortenstück des insgesamt gesuchten Großen GANZEN“ als die oben unifizierten ‚Sicht­barkeiten‘ (mit all ihrer Ortbarkeit im Klassischen Raum). Die ‚Wissbarkeiten‘ spezifisch zum »Kognitiven Prozess« liegen aber immer noch im Diskursraum zum – im »Unterfangen Weltpuzzle« abbildungsseits erst zu unifizierenden – einen »Original WELT« drin.

Schauen wir uns – im Vorgriff auf eine ausführlichere Systemanalyse – mal an, was in diesem Falle alles an: Wissbarkeiten; Phänomenen; Kognitiven Landkarten; Planquadraten; Navigationsrouten + Invarianzen auftritt. Und was auch immer sonst noch. Bzw. was – im Zuge der ‚Kognitiven Herumzoombarkeit‘ – korrekterweise jeweils aufscheinen sollte.

{Trotz seiner eigenen Mitzoomerei, die gleich folgen wird, möchte ich den Leser bitten, dabei unbedingt den „Prozess des Abbildens der WELT“ als ein einziges GANZES im Hinterkopf zu halten.

Er, dieser wohl abgegrenzte Prozess, wird in diesem Abschnitt das eigentliche Objekt der Beobachtung sein. Er, der »Kognitive Prozess als GANZER« soll – ‚Modell stehend‘ als Objekt des Interesses – jetzt dieselbe zentrale Rolle einnehmen, die oben im Abschnitt 3.2 der „Planet ERDE“ bzw. das „UNIVERSUM“ spielten.} [41]

Der Einfachheit halber stelle ich mir seine ‚abbildungsseitige‘ Darstellung auf acht verschiedene Auflösungsgrade oder Zoomschichten verteilt vor. Abbildung 11 zeigt diese in der Seitenansicht auf den zugehörigen »Abstraktionskegel«. Abbildung 12 dagegen in Draufsicht auf diesen. Die Zahl acht ist nicht zwingend, doch selbst die Macher eines Klassischen Weltatlasses müssen sich vorab schon entscheiden, anhand welcher Palette von Auflösungsgraden, sprich: Diskreter Maßstäbe, sie das von ihnen widerzuspiegelnde Objekt des Interesses darstellen möchten. Dies, obwohl der „Planet ERDE“ und alle anderen sichtbaren Objekte in ihrem Aussehen doch kontinuierlich – im mathematischen Sinne sogar stetig – ‚durchzoombar‘ sind.  [42] 

Anhand der beiden Abbildungen möchte ich Sie, lieber Leser, durch genau dieselben Konzept-erweiternden Schritte führen wie oben im Paradefall der Sichtbarkeiten. Doch soll hier die einleitende Zoomfahrt – der Einfachheit halber – von vorneherein schon durchgängig in nur einer einzigen Richtung verlaufen: von ‚kognisch oben‘ nach ‚unten zu‘! –  (↓)

Die „Sprünge“ zwischen den Auflösungs-Schichten zu diesem immer selben „Objekt“ werden ähnlich groß und abrupt sein und die angetroffenen „Ansichten“ dazu ebenso verschieden (und auf den ersten Blick unvereinbar) wie schon der „Planet ERDE“ uns im Atlas erscheint. Bei Landkarten unterschiedlichen Maßstabes also, oder wenn man im Zuge des ZehnHoch-Szenarios immer nur beim Erreichen der nächsten Zehnerpotenz der Maß-Skala auf den Auslöser drückt. Dieselbe Art des Durchschreitens mit Siebenmeilenstiefeln also wie oben im Paradefall der Sichtbarkeiten der WELT. [43]

Abbildung 11: Die ‚Auflösungsgrade zum Kognitiven Prozess‘ – in der ‚Seitenansicht‘

Abbildung 12: Dieselben wie in Abb. 11 – in der ‚Draufsicht‘
(+ {anklickbar} die Draufsicht in einer Zweit-Version)

5.1  Schicht 0: Das über die WELT überhaupt Wissbare

Unsere WELT, so mutmaßt die Naturwissenschaft heute, kam in einem für sie einmaligen Ereignis in die Existenz: über den „URKNALL“. Seither hat sie sich „nur noch entfaltet“ und dabei ihre „Weltausschnitte“ bzw. „Objekte“ kontinuierlich in alle ihr möglichen Richtungen hinein ausdifferenziert. Unterwegs hat sie die große Masse unter den heute in ihr vorhandenen, dem Denken damit verfügbaren ‚Wissbarkeiten‘ erst geschaffen. In all deren natürlicher Komplexität. – (Abbildung 13)

Abbildung 13: Die gesamte Materielle Welt längs der Zeitachse unifiziert

Später, aber immer noch im selben Prozessablauf, erschien der „Homo Sapiens“ auf der Bildfläche. Dieser jedoch „Wenige Sekunden vor Zwölf“. Als das erste Wesen, das dazu in der Lage war, über dieses Geschehen – in zeitlicher und kognitiver Schichtung – überhaupt nachzudenken. Ein Wesen mit der Fähigkeit, der WELT und ihren Gesetzen und den bisherigen „Produkten dieses Geschehens“, bis zu einem gewissem Grade wenigstens, nachzuspüren. Ja sogar, manch mehr oder weniger zutreffende Spekulation über deren Zukunft anzustellen.    

= Die oberste Schicht in der Abbildung 11   /  Der allerweiteste Rahmen der Abbildung 12.

An der Vordersten Front dieser Entwicklung, all dem Geschehen im „Moment des Jetzt“ – doch nur aus dieser wandernden Front heraus – quellen ständig zusätzliche Wissbarkeiten in die WELT hinein. Von Anfang an blieb das so, ohne nur einzige Millisekunde an Unterbrechung. Insbesondere trifft dies für die Menge der „Ereignisse“ eines jeden neuen Moments zu. Damit – ausnahmslos – auch für die jeweiligen „Nachrichten des Tages“ als relativ eigenständigem Wissbarkeitsgebiet. Ebenso trifft es zu für alles, was jemals irgendein Lebewesen auf Erden: erlebt, gewollt, getan oder geschafft hat. Sogar für all dasjenige, was irgendein Mensch in irgendeinem Augenblick seines Lebens gedacht hat.
Was er momentan denken oder behaupten mag. Und gerade fühlt.

Den geneigten Leser in genau <dieser> Sekunde seines eigenen Jetzt eingeschlossen.

All dieses gigantische, so heterogene (Arbeits)-Material – seit Urzeiten Gegebenes, vor langem bereits Entstandenes, vielleicht längst wieder Vergangenes und alles, was im Moment gerade erst entsteht – besitzt die Gemeinsamkeit, ‚wissbar‘ im Sinne der Fußnote 5 zu sein.

Das »Unifizierungsziel des Unterfangens Weltpuzzle« bedeutet unter solchen Maximalforderungen:

·      Die abbildungsseits vollständige Abdeckung der „Vereinigungsmenge aller Wissbarkeiten“

·      Der freie kognitive Zugang zu jedwedem ‚Weltausschnitt‘. Und dies aus allemal ein und demselben Schema heraus, unabhängig vom konkret eingeschlagenen Suchansatz und Navigationspfad und den vor Ort anzutreffenden konkreten Wissbarkeiten und Sachverhalten

·      Die Abwesenheit jeglicher Art von Verzerrung bei der Darstellung der Beziehungen zwischen den Wissbarkeiten.

Diesen Idealzustand haben wir bei Weitem noch nicht erreicht, weder beim Wissen über die ‚Sichtbarkeiten der WELT‘, noch über die uns ebenso vertraute ‚Materielle Welt’. Noch in demjenigen Teilbereich, den wir als »Kognitiven Prozess« bezeichnen. Und schon gar nicht über das »Original WELT« selbst, als Großen GANZEM, was sie ja auch ist. Statt nur lauter ‚Isolierte Weltausschnitte’.

5.2  Schicht 1: Das von der Menschheit bisher angehäufte Wissen

Das bis zu einem bestimmten Punkt – etwa dem Jahre -1000 oder +2000 der Zeitrechnung – von der Menschheit aus dem »Original WELT« heraus bereits erworbene „Wissen“ ließe sich in all seinen Einzelbeiträgen „in einen gemeinsamen Topf“ werfen. Also ebenfalls als eine Vereinigungsmenge betrachten. „Menschliches Wissen“ ist jedoch immer nur eine – kärgliche – Teilmenge der in Schicht 1 tatsächlich vorhandenen ‚Wissbarkeiten‘. Selbst die beste Enzyklopädie ist nichts als ein mageres – alphabetisch-wirres – „Abbild der WELT“. Die einzelnen im Lauf der Kulturgeschichte erreichten Zwischenzustände beim „Stand der Kenntnis und Erkenntnis“ sind mit diesem nächst-kleineren Rahmen der Abbildung 12 gemeint.

Weil aber jede Einzeldisziplin unter den Wissenschaften in jedem Zeitalter ihren eigenen Grad an Richtigkeit, Vollständigkeit, Fragen, Problemen und Restzweifeln hat, habe ich das kegelförmige Symbol, das dieses Wissen repräsentieren soll, in Abbildung 11 gleich mehrfach eingezeichnet. Um anzudeuten, dass es in Wirklichkeit ein ganzes Feld solcher Zustände gibt – frühere, jetzige und künftige. Und das in allen Sparten, auf unterschiedlichen Kegelflanken der Puzzle-Lösung angesiedelt.

Eines dieser Symbole könnte für den jeweiligen Stand der Evolution stehen. Die „Evolution“ – ebenso wie unser „Denken“ ein: Wissen gewinnender Prozess – hat in der WELT ihre eigenen Portionen an Wissbarkeit aufgelesen. Und diese dabei in Hardware aus Fleisch und Blut umgegossen. Bzw. sie in Genetischen Code umtransformiert und so ihr „Wissen“ auf Dauer gespeichert. Alles lange bevor irgendein MENSCH auch nur den ersten flüchtigen Blick auf genau dieselben ‚Wissbarkeiten‘ warf. Eines der Symbole könnte für das AUGE stehen. Ein anderes für das Biologische Immunsystem, das das Phänomen ‚Virus’ ja bereits „verstand“, lange bevor der Mensch diese als Objekte überhaupt erstmals bemerkte. Und – noch später – als ihm dieselben Phänomene in der aufkommenden Computertechnologie wieder begegneten. In beiden Fällen, Evolution und Menschlichem Denkvermögen, ist das Konzept vom „Schrittweise zunehmenden Stand“ des – vom »Original WELT« her erst einmal abzukupfernden – „Wissens“ gleichermaßen legitim.

5.3  Schicht 2: Der Wissenshorizont des Individuums

Von all dem Wissen seiner Zeit bekommt der Einzelne immer nur einen geringen Ausschnitt mit – selbst bei bestem Bemühen um universelle Bildung. Sein persönliches Weltbild, wie es sich durch eigene Wahrnehmung, Unterricht, Spezialisierung, praktische Erfahrung in Versuch und Irrtum und durch allerlei Zuhören und Vergessen entwickelt, wird – notwendigerweise – noch weniger mit dem »Original WELT« übereinstimmen als das zu diesem Zeitpunkt ‚Allerbeste an kollektivem Wissen’. Der Anteil an ungesicherten Hypothesen ist dort noch viel größer, als er in den Wissenschaften sowieso schon ist.

Abbildung 11 mit ihren Unterkegel-Symbolen auf der Schicht 2 will die Mannigfaltigkeit der Lebewesen darstellen, die – weitgehend unabhängig voneinander – denken, dachten oder jemals denken werden. Die Symbole stehen aber auch für all die anderen Formen, in denen der Kognitive Prozess sonst noch ablaufen kann. In Computerabwicklung etwa aller Art und Leistungsfähigkeit + in Robotern. Selbst in „Geistern“ und „Aliens“, die irgendwie mit der WELT zurechtkommen wollen. Das »Original WELT« mit seinem ‚Vorrat an Wissbarkeiten‘ ist für Alle dasselbe!

Abbildung 12 dagegen hält sich weiter an das Paradigma der einzelnen ‚Kognitiven Zoomfahrt‘, an ihren vom jeweils gewählten Startpunkt her routenspezifischen ‚Zoomkanal‘. Doch das ist pro Individuum und pro dessen wechselndem Denkmoment jeweils ein ganz anderer. Wie im ‚ZehnHoch‘- Szenario die unterschiedlichen „Gegenden der sichtbaren Welt“ (und der Perspektiven auf diese in all ihren Auflösungsgraden) lassen sich hier per Zoomkanal die einzelnen Vorkommen und Ausprägungsformen des »Kognitiven Prozesses« „abklappern“. [44] 

{N. B.: In der Abbildung 12 erscheinen die fetten Punkte aus der Abbildung 11 in Form von Überschriften des jeweiligen Schachtelungsrahmens.}

5.4  Schicht 3: Ein ‚Weltausschnitt‘ aktuell im Fokus – als „Thema des momentanen Interesses“

Themen im eigenen Kopf sind eine höchst unstete Sache. Der momentane Gegenstand einer Plauderei mag als Sachthema zwar langlebig, sogar universell sein, doch wechseln im Denkleben die Interessen und Streitfragen meist in kurzen Abständen. Oft sogar sekündlich. Und damit natürlich auch die gedanklich angesteuerten Weltausschnitte, die gewählten Perspektiven und die gerade eingestellten Auflösungsgrade. Mitsamt dem spezifischen Aussehen der Inhalte im uns selbst angeborenen »Kognitiven Guckloch«.

In normaler Aufmerksamkeit ebenso wie im Traum, im Hörsaal ebenso wie während einer Projektsitzung, im Theater, beim Rundgang durch eine Kunstgalerie oder im Konzert, vor den Hausaufgaben ebenso wie bei der Korrektur einer Planungspanne oder irgendeines Programmfehlers, beim Zappen am Fernseher und dort beim Miterleben der Bildschnitte eines ganz bestimmten Sendekanals, aber auch wenn zu einem Wortspiel gerade der Groschen fällt, – in jedem Moment konzentriert sich das Bewusstsein auf diejenigen Weltausschnitte, die (vielleicht) zu dieser Situation und den ‚Behauptungen’ in ihr passen. Das sind ‚Weltausschnitte‘, die nur in solchen Momenten – genau so – ins Scheinwerferlicht unserer Aufmerksamkeit geraten, ähnlich wie auf der Theaterbühne der Lichtkegel des ‚Verfolger-Scheinwerfers’ immer nur einzelne Bereiche des GANZEN gerade ausleuchtet und den – ebenfalls und genauso gut existierenden – Rest der Dinge momentan im Dunkeln belässt. Egal, wer gerade den oder die Scheinwerfer steuert: Man selbst in Eigenregie, irgendein Redner am Pult, ein Gesprächspartner oder Gegner im Konflikt, ein gerade eingeschalteter Krimi, ein bestimmtes Weltbild, eine vertraute Methodik, das eigene Unterbewusstsein oder gar „bewusstseinserweiternde“ Drogen.

Bevor irgendein „Thema“, ein konkreter „Zusammenhang“’ oder ein bestimmtes „‚Detail“ derart in den Vordergrund geraten kann und die Behauptungen dazu überhaupt verstanden werden können, muss sein Weltausschnitt – notwendigerweise – im Gemischtwarenladen des Gehirns erst einmal vorkommen. Dort schon einiges an dazu Wissbarem – irgendwie – untergebracht und wiederauffindbar sein. Im Kindesalter und Lernleben hat jedes spezielle Wissbarkeitsgebiet (Geographie; Kinematik; Paradigmenlehre; Mathematik; Stereotypen; Medizinische; Menschliche Klischees; ...) vielleicht Stunden, Tage, Monate, manchmal gar Jahre an Studium oder an mehr oder weniger spielerisch „zoomender und schwenkender Systemanalyse“ erfordert, bevor dieses Wissbarkeitsgebiet für eine erfolgreiche kognitive Navigation vertraut genug ist. Bevor es – oft erst viel später – relativ sicher genutzt werden kann, in Situationen, wo genau diese Wissbarkeiten plötzlich benötigt werden.

Die Bühne der WELT in all ihren Dimensionen und Perspektiven kann entsprechend in unzählbare Abschnitte und Teilansichten aufgeteilt werden, d. h. in Abteilungen oder Planquadrate („domains”) und Diskursräume („universes of discourse“), die sich gegenseitig mehr oder weniger überlappen, von denen jedes Ding aber auch für sich getrennt ausgeleuchtet und durchzoomt werden kann. Die Streubreite der Themen und Ansichten, die uns auf wissenschaftlichen oder sonstigen Konferenzen begegnet, ist ein – originalseitig bedingter – Beleg für die Mannigfaltigkeit dieser „Dinge“.

– [\Die vier separaten ‚Richtigkeitsinstanzen‘ der »Abbildtheorie«; \...]

Dass sich dasjenige, was zu einer bestimmten Disziplin an Wissbarkeiten überhaupt vorfindbar ist, und dasjenige, was man von dort her über die WELT alles behaupten kann, in höchst unterschiedlichen Diskursräumen und oft gegensätzlichen Klassifikationsschemata ordnen lässt – oft unter Außer-Acht-Lassen des großräumig-durchzoombaren Zusammen­hangs im GANZEN –, ist eine zwangsläufige Folge des Überflusses an Perspektiven und Freiheitsgraden für die Darstellung. (Abbildung 14)

Abbildung 14: Eine „Ordnung der Dinge“ --- wird erst abbildungsseits gemacht bzw. ausgewählt

5.5  Schicht 4: Die ‚Denklinie im Raum‘ + Alternativrouten im »Raum der Wissbarkeiten«

Kaum jemals wird ein Thema, das derart ins Blickfeld gerät, danach erschöpfend abgehandelt. In der Hitze einer Debatte gleich das gesamt-breitbandige Sach- und Kontextwissen zu allen relevanten Fakten loszuwerden – im Umfang ähnlich den Ergebnissen zu einer Anfrage an eine allumfassende Datenbank – ist weder machbar noch im Moment jeweils erwünscht. Mit einigen wenigen blitzartigen Andeutungen lässt sich normalerweise auskommen – jede der Anleuchtungen dabei möglichst „auf den Punkt gebracht“. So geraten ständig neue Denkposten – aus unterschiedlichen Wissensbereichen, Perspektiven und Auflösungsgraden – in das ‚Guckloch-Passepartout‘ hinein und verschwinden nach kurzer Dauer wieder, ohne dass dabei das Problem oder Streitobjekt jemals – so wie es in Schicht 4 idealisiert wird – nach innen zu und samt seiner vollen sachlichen Umgebung ausgeleuchtet würde. Sobald sie untereinander verbunden werden, bilden solch punktuelle Anleuchtungen in ihrem Nacheinander eine Art »Linie im Diskurs- + LEGE-Raum«. Die Abfolge der Argumente, der Plot einer Geschichte, das Drehbuch zu einer Aktivität, Vorschriften für das Vorgehen bei der Lösung eines Aufgabentyps, ...  sie alle winden sich – wie ein Roter Faden – von einer Stelle im »Kognischen Raum« zur nächsten. Mal schreiten sie dabei in Trippelschritten fort, treten gar auf der Stelle, mal veranstalten sie riesige Sprünge, akrobatisch zwischen den Schichten der Abstraktion hin und her turnend. Selbst dort, wo das Denken wenig geplant abläuft, sondern aufgrund zufälliger Gelegenheiten sich spontan weiterstrickt oder wenn es über irgendwelche eigenen oder fremden Schwächen und Fehler hinweggesteuert wird, hinterlässt es im Raum solch eine Linie: Ein „Ariadnefaden“, eine (der Theorie gemäß) nachträglich analysierbare „Denkspur im Sand“.

Ähnlich punktuell und unvollständig verläuft das Herumschauen beim klassischen Wandern und Reisen – mit und ohne Siebenmeilenstiefel. In der durchschrittenen Landschaft muss es ja nicht immer – bergsteigend oder herumzoomend – ständig so nach oben und nach unten gehen, wie in Abbildung 4. Mal wird hierhin gelaufen, mal dorthin abgezweigt, mal brav auf gebahnten Wegen bleibend, mal mutig querfeldein. Manchmal im Kreise herum oder auf irgendwelchen Irrwegen nach dem „Ziel“ suchend. Mal wird bei bestimmten Attraktionen oder Symbolen angehalten, mal gönnt man sich selbst oder den Begleitern woanders ein Päuschen, schaut im Gehen oder von besonderen Aussichtspunkten aus irgendwohin in der Gegend herum. Mal in die Nähe, vielleicht direkt auf den eigenen Fuß mit den schmerzenden Blasen, mal in die weiteste Ferne ein und derselben „Wissbarkeitslandschaft“. Wenn nicht gar – nachts etwa – bis in die Tiefen des Alls hinein. Dennoch lässt man dabei das meiste an tatsächlich vorhandenen Sichtbarkeiten bzw. lokalen und globalen Wissbarkeiten aus.

Die Abbildung 15 soll solch eine „Denklinie“ visualisieren. Die als Beispiel angedeutete Sequenz (wie immer aus einer im Nachhinein „weisen“ und damit sicheren Entfernung heraus betrachtet) beschreibt mehrere Monate der Überlegungen im Zuge eines gewaltigen Planungs- und Forschungsprojekts. Die Zeichnung zeigt, extrem vereinfacht, einen Typ des Vorgehens, der unter Systemanalytikern „Top-down-Ansatz“ genannt wird. Entsprechend durchläuft der Ariadnefaden hier Meilensteine und Wahrzeichen auf Schichten mit schrittweise zunehmender Konkretheit wie etwa: „Art des Auftrags“; „Fachgebietsspezifische Prinzipien“; „Kontext der späteren Operation als Ergebnis“; „Durchführung von unterwegs anfallenden Arbeitspaketen und Detailentwicklungen“; „Die dazu erforderlichen Einzelschritte, gemessen in Mann-Tagen, -Stunden oder -Sekunden“ – mit einem gewissen Maß an iterativer, auch irrtümlicher Umkreisung der insgesamt gesuchten LÖSUNG oder eines ihrer besonders „haarigen“ Teilprobleme. Andere, möglicherweise billigere Wege oder eleganter zum Ziel führende Ansätze wären – „ebenfalls herumreisend“ – möglich. [45]  [46]

Abbildung 15: Im ‚Kognischen Raum‘ ist reichlich Platz vorhanden,
um darin Herumzureisen und Herumzuspringen

5.5.1  Arbeitskonzept: Der »Kognitive Lebensfilm« des Individuums

Offensichtlich erstreckt sich bei jedem menschlichen Wesen der Bewusstseinsstrom mehr in seine Länge als in die Breite. Dem Geschehen des „Theaters im Kopf” ließe sich in jedem Augenblick daher nachspüren. Beliebig weit in seine Details hinein zoomend. Was auf dessen Bühne passiert, ließe sich – theoretisch zumindest – „als ein GANZES auf Band aufzeichnen“. Insgesamt entstünde für jedes menschliche Wesen dabei eine Art von „Lebenslangem Filmstreifen“, den es selbst von der Geburt bis zu seinem Tode mit Inhalten „beschreibt und weiterstrickt“. Ohne auch nur die geringste Unterbrechung! Jede Passage auf dem Film würde, egal welche man gerade herausschneidet, die Denklinie zu genau demjenigen Augenblick widerspiegeln, den der betreffende Mensch zum „Jetzt“-Zeitpunkt dieser Aufnahme szenen- und sequenzmäßig durchlebt hat. Jedes Stückchen daraus wäre anders als alle anderen. Denn auch beim Stricken am Kognitiven Lebensfilm „steigt man nicht zweimal in denselben Fluss“. Mal bloß wahrnehmend; mal fürchtend oder genießend; mal hochkonzentriert oder brütend; mal allein auf sich gestellt; mal in Teamarbeit oder in irgendein Palaver verstrickt; mal am Lenkrad oder irgendeinem anderen Steuerpult sitzend; mal hellwach; mal wirr träumend. Selbst der Tiefschlaf, sogar ein Koma wären, Sekunde für Sekunde, auf diesem Filmstreifen mit drauf. Diesmal in Form von (fast) unbelichtet gebliebenen Einzelbildern. – (Abbildung 16)

Abbildung 16: Alles Denken passiert in höchst unterschiedlichen momentanen Szenarien

Solch ein Film wäre – dem Charakter nach einem Logbuch ähnlich – ein objektives Dokument des tatsächlichen Geschehens. Beispielsweise wäre all dasjenige, was jemand zwar grundsätzlich weiß, was ihm im kritischen Augenblick jedoch partout nicht einfallen wollte, in der Sequenz zum entsprechenden Moment gar nicht erst enthalten.

Anhand dieser Art von Aufzeichnung ließe sich leicht den Unterschieden nachzuspüren, ob eine Szene direkt erlebt wurde oder ob dabei nur eine – als Erinnerung schon andersartige – eigene Aufzeichnung abgespult wird: Als Szenengeschehen dann viel früher passiert und ‚originalseits‘ (meist) ganz woanders aufgenommen. „Im Bild“ jedoch jederzeit und überall viele weitere Male präsentierbar. Wobei jeder Moment des solch nachträglichen Anschauens oder Erinnerns samt allen dann anfallenden eigenen Kommentaren, Ergänzungen, Korrekturen ebenfalls Sekunde für Sekunde aufgezeichnet würde. Das aber passiert – zeitlich – ganz woanders im eigenen Lebensfilm. Oder in demjenigen der fremden Zuschauer. [47]

Die Einzelbilder dieses Films, in ihrem lokalen Nacheinander, spiegeln exakt den momentanen Navigationskurs innerhalb des »Raums der Wissbarkeiten« wider. Der Kognitive Prozess wird damit durchzoombar – bis hinunter zur lupenmäßigen Auflösung seines Geschehens. Das Konzept der Aufzeichnung des Bewusstseinsstroms auf Film jedoch ist – wiederum – „universell“. Auf jedwede kognitive Situation kann er angesetzt werden, egal wie ausgefallen oder alltäglich diese auch sein mag. Egal wie global oder einseitig in Thema oder Sichtweise, egal wie „korrekt“ oder „abnorm“ sie vom Individuum gerade gehandhabt wird. [48] Vom selben Szenario für „Geister“, „Aliens“ und „Götter“ – als ebenfalls Denkende, Planende und Handelnde – gar nicht erst zu reden.

Gemäß Friedrich Dürrenmatts „Die Physiker“ gilt halt:

„Was einmal gedacht wurde,
kann nicht mehr zurückgenommen werden.“

Anhand des Konzepts ‚Denklinie‘ lässt sich der »Kognitive Prozess« demnach in einer nächstfeineren Auflösungsstufe betrachten, in einer Art Lupenbild des Vollen lokalen Geschehens. Sein Grundansatz ist anwendbar auf jedwede Denksituation der Welt, egal wie biologisch oder technisch sie in der Abwicklung auch sei, egal wie „normal“, „extrem“ oder „defekt“ beim Umgang mit ihr.

5.5.2 Arbeitskonzept: Das »Kognitive Archiv der Menschheit«

Überschlagsrechnung: Die Menge an derartigen Gedankenmomenten, die jemals ein Mensch erlebt und erzeugt hat (und die dabei zur Entstehung der Schicht 2 beitrug), mag zwar riesig sein, trotzdem bleibt deren Gesamtzahl endlich. Seit dem Auftauchen der Spezies MENSCH mögen ungefähr 10 Milliarden ihrer Individuen gelebt und gedacht haben. Deren mittlere Lebenszeit großzügig auf 70 Jahre angesetzt, ergibt das insgesamt 2 x 1019 Denksekunden. Den gesammelten Inhalt an “Sekunden Kognitiven Films” kann man sich – wo wir schon einmal bei der Erweiterung unseres Diskursraums dran sind – auch in einem einzigen gemeinsamen Archiv vereint vorstellen:

Dem »Kognitiven Archiv der Menschheit«.

Stündlich kämen dort 2 x 1013 neue Einträge zur Dokumentation hinzu. Einschließlich der ebenso grob gezählten 100 Stück pro Minute von Ihnen selbst, dem Leser.

Als Arbeitskonzept mag das, selbst wenn es auf ‚Die WELT im Original‘ hinunter-schaut, auf den ersten Blick seltsam scheinen, doch von Trivialität ist es weit entfernt. In mehr als einer Hinsicht:

Über das Material im Archiv hinaus gäbe es dann nichts Weiteres. Es gibt in der WELT keinerlei Gedanken jenseits dessen, was dort dokumentiert ist. Wiederum wäre – per bloß abbildungsseitiger Abstraktion – ein einziges „Wissensobjekt“ und ‚Tortenstück‘ für die weitere Analyse und Unifizierungsbemühungen gewonnen. All die „Denkeindrücke“, die auf der Welt jemals ein MENSCH hatte (oder sonst irgendein „Kognitiv wirksamer Apparat“), wären als Menge damit komplett. Obwohl diese Eindrücke gar nicht das Original der Dinge und ihres Geschehens darstellen, sondern nur klägliche Spiegelungen sind. Oder gar eigene Erfindungen im Moment!

Nichts, aber auch gar nichts vom einmal Gedachten könnte diesem Archiv jemals entgehen. Oder nachträglich daraus verschwinden. Egal für welche Art von Forschung oder Anwendung (nicht nur zum Thema »Kognitiver Prozess«!) hätten wir damit das Maximum des von der Vergangenheit her überhaupt verfügbaren Arbeitsmaterials schon beisammen. Fürs Rückspulen geeignet, alles unter einem gemeinsamen Hut versammelt, hinreichend ins Detail aufgelöst. Und dennoch endlich als Menge!

Jedes Individuum der Weltgeschichte, egal ob kognitiv Schlucker und Kraucher, egal ob Laie oder Künstler, egal welchem Kulturkreis entstammend und welchem Weltbild verbunden, wäre in dem Archiv und dieser „Chronologie des menschlichen Denkens“ gleichermaßen vertreten. Doch jeder von ihnen nur ein einziges Mal. Selbst die vielseitigste Koryphäe, das größte Universalgenie würde, trotz seiner immensen „Verdienste um die Kultur“, in diesem Index unter keinem zweiten Filmeintrag vorkommen (Pseudonyme hin oder her).

Erfundene Wesen dagegen, egal was und wie viel an Behauptungen jemals über diese kolportiert wird und wie viel an beeindruckenden Aussprüchen ihnen selbst unterstellt wird und wie oft die später kopiert, zitiert oder abgewandelt werden, fehlen in dem Archiv gänzlich.

Charaktere wie „Hamlet“ und Spitzendenker wie „Mephisto“ oder „Dr. Faustus“ sucht man dort vergeblich. Zumindest mit eigenem Filmstreifen. Sie alle erscheinen nur indirekt – bloß als Produkte aus entsprechenden Passagen der Lebensfilme der jeweiligen Autoren. Und später dann, vieltausendfach vielleicht, irgendwo in den Streifen individueller Theaterbesucher oder Leser. Oder der Kritiker und Nachahmer, die gerade über ihren Rezensionen bzw. weiter abänderten Behauptungen brüten. [49]; [50]

5.6  Schicht 5:  Der ‚Kern’ an Aktivitäten im »Kognitiven Prozess«

Zoomt man zur nächsten Schicht hinunter, begegnet man charakteristischen Zeiten, die noch einmal kürzer sind als diejenigen beim Denklinien-Geschehen.

Ein Kinofilm etwa würde in dieser Auflösung als Kette separater Augenblicksbilder erscheinen. Als etwas also, was er tatsächlich auch ist. Der lebenslange Fluss des Bewusstseins lässt sich – in der Vorstellung von draußen zumindest – auf ähnlich künstliche Weise zerhacken. Auch im Bewusstsein gibt es so etwas wie den „Augenblick“, mit separierten „Jetzt- + Einzel-Momenten“. Am Geschehen auf der Weltbühne selbst und bei den Umständen jedoch, die – originalseits – das Entstehen all der Bildpassagen bestimmen, ändert dies nicht das Geringste. [51]

Filmmaterial, egal ob visuell oder kognitiv, das auf diese Weise aufgezeichnet ist, bietet der Systemanalyse den Vorteil, dass sich das Geschehen zusätzlich durch den „Vergleich von Standbildern“ analysieren lässt. Hunderttausende von Einzelbildern etwa zu dem tatsächlichen Streifen in Abbildung 15.

Insbesondere könnte man, lange nachdem alles vorbei ist, in gehöriger Ruhe analysieren, wie die einzelnen Eindrücke tatsächlich entstanden sind und wie und warum im Einzelnen sie gerade so und nicht anders aufeinander folgten. Mit vernachlässigbarem Verlust an Information ließe sich auf diese Weise analysieren, wie der ansonsten so unfassbare »Kognitive Prozess« konkret vor sich geht. Warum in seinen feinsten Details jeweils gerade so.

An der Vordersten Front, dort wo die Denklinie im von selbst fortschreitenden „Jetzt“ als Serie von Zeitscheiben weitergestrickt wird, entscheidet sich in jedem Augenblick, wie die Route der Linie weiterverlaufen wird. Wohin im »Kognischen Raum« es bei ihr als Nächstes gehen wird. An dieser Front herrscht – per ‚Platsch‘-Verarbeitung [52] – ein ständiger Kampf zwischen den Einflussfaktoren um die Kontrolle: Ein riesiges Gezerre im „Kognitiven Guckloch“ um das Zentrum der Aufmerksamkeit. [53]  

Abbildung 17 stellt einen Schnitt quer zu solch einer (egal ob menschlichen oder technisch erzeugten) Denklinie dar. Und zwar genau in ihrem „Frontabschnitt“, an derjenigen Stelle also, an der „Alles Denken“ tatsächlich passiert.

Abbildung 17: Das ‚Nadelöhr des Denkens‘

Vom gigantischen Strom des Bewusstseins, der sich – ständig und irgendwie – durch die einzelnen Szenen des ‚Kognischen Raums‘ hindurchschlängelt, habe ich als Standbilder nur die letzten drei Eindrücke eingezeichnet, so wie diese dem aktuellen Moment vorausgegangen sind. [54]

Wie bei einem Film in extremer Zeitlupe stellt sich die Frage: Was als Nächstes wird ins Bild hineingeraten? Werden die Dinge, die die Mattscheibe des ‚Kognitiven Gucklochs‘ im weiter fortschreitenden „Jetzt“ zeigen wird, genauso ausschauen wie die bisherigen. Aufgefrischt nur oder durch irgend­einen eigenen Impuls langsam woandershin geführt, wie bei einer ruhigen Kamerafahrt oder einem „Verfolger-Schwenk“? Oder bekommt – aus heiterem Himmel – irgendein anderer ‚Weltausschnitt‘ plötzlich die Oberherrschaft? In komplettem Szenenwechsel gar, wie nach einem „Bildschnitt“. Warum ist gerade dieser eine ‚Weltausschnitt‘ dann so (ein)dringlich. In gerade diesem Auflösungsgrad? Und nicht irgendein anderer aus dem so riesigen Vorrat? [55]

Zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte und bei ausnahmslos jedem Individuum müssen die Denkfäden durch das »Nadelöhr der Kognition« hindurch. Dieser biologisch-technische Flaschenhals gilt bei entspanntem Träumen ebenso wie in Momenten äußerster Konzentration. [56]  Kein Mensch ist dazu in der Lage, auch nur für die Dauer eines einzigen Augenblicks sein gesamtes Wissen gleichzeitig zu aktivieren. Niemals kann er sich seine Erinnerungen, sein angelerntes Fachwissen und seine persönlichen Erfahrungen „alle auf einmal“ ins Bewusstsein bringen. Nie dort all deren unterschiedliche Aspekte und Auflösungsschalen simultan parat halten, sie auf diese Art gar studieren. Wie schon beim Computer, kommt das Geschehen an der Front des Denkens nicht ohne ein hohes Maß an sequentieller Zergliederung aus. [57]

Perspektivwechsel in kurzen Abständen sind – hier wie dort – in der menschlichen Form des »Kognitiven Prozesses« ein zwingendes Merkmal. Nicht jedoch bei der „Evolution“, diesem ebenfalls Wissen gewinnendem, dafür aber nicht zu ‚Eigenem Nachdenken’ und ‚Zielorientierten Leistungen’ fähigen Prozess.

Trotz einiger Leistungen in Parallelverarbeitung, hängt die Qualität des Wahrnehmens, Denkens und Problemlösens – bei MENSCH und COMPUTER gleichermaßen – hauptsächlich von der Fähigkeit ab, die unterwegs angetroffenen Komplexitäten als solche zu „knacken“. Sie in für das eigene Guckloch noch handhabbare Einzelportionen zu zerlegen. Erst diese lassen sich nacheinander abarbeiten. [58] 

5.7  Schicht 6 : Transaktionen in der Mikroauflösung

Jede Denklinie will irgendwie produziert werden. Als fortlaufender Output – wie in einer Art “Strickliesel” – zurechtgehäkelt. (Foto). In irgendeiner konkreten Technik muss der »Kognitive Prozess« ja ausgeführt werden. Um diesen höchst praktischen Aspekt geht es auf der siebten der Auflösungsebenen. Die anderen Schichten waren dafür noch zu früh. Denn was sich auf diesen erkennen und sagen ließ, war noch immer unabhängig von der Art des Apparats zu seiner Realisierung: Gehirn, Computer und was auch immer.

Beim Herunterzoomen zu noch kürzeren Zeitintervallen fällt – speziell beim Menschen – ein besonderer Zyklus von um die 30 Hz ins Auge. Ausnahmslos allem, das sich in unserem Bewusstsein abspielt, entspricht ein nervenphy­siologisches und hormonelles Geschehen, das weit unterhalb der Bewusstseinsebene – doch parallel zu ihr – abläuft. Dabei trennt, so hat man festgestellt, beim Wahrnehmen bzw. gezielten Denken eine Grenze von ca. 30 msec die Systemzustände voneinander. In den in der WELT dennoch vorhandenen Zwischenzeiten passiert da – soweit nur Kognitives betrachtet wird – im Denkapparat selbst rein gar nichts: Für das „Denken“ liegt zwischen benachbarten Standbildern eine "Zeit-tote Zone". All dasjenige, was im Gehirn in noch kürzeren Zeitabständen dennoch passiert (und physiologisch passiert da ziemlich viel), dient einzig und allein der Wiederherstellung und Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit, der Empfangsbereit­schaft also, des persönlichen Kognitiven Apparats für den nächsten „Zyklus“. Dessen spezifischen Wissbarkeiten reichen in noch höhere Zeitauflösungen hinein. Am Ende betreffen sie sogar die eingangs aufgespannte ‚Materielle Welt’ mitsamt ihren Auflösungs-Ebenen der Moleküle, Atome und Elektronen.

Allem, wirklich auch allem, was ein Computer nach außen zu für uns leistet, entspricht ebenfalls eine bestimmte Konstellation von Schaltvorgängen in seinem Inneren. Auf der die Details des Geschehens maximal auflösenden Ebene geschieht dies dort jedoch im Tempo der Mega- oder Giga-Hertz-Zyklen der dort eingebauten Prozessoren.

Die Schicht 6 befasst sich mit all den Transaktionen, ohne die eine Gedankenfront gar nicht erst entstehen könnte und diese nicht in Bewegung zu halten wäre. Etwas, was bei Steinen, Sternen und toter Technik nicht der Fall ist. Innerhalb der Feinstruktur genau dieser Auflösungsebene spielen die Optionen für die Erzeugung, Verknüpfung, Verarbeitung und Störung der momentanen Eindrücke. In sie ordnen sich, als getrennte Wissbarkeiten, all die Details der insgesamt beteiligten Phänomene ein. Sie beschreibt die Einzelheiten jedweder Hard- und Software, die apparativ nötig ist, um so etwas wie den »Kognitiven Prozess« überhaupt zu ermöglichen: Das Gehirn in all seinen Zellen, deren Vernetzung und Erregungszustände, die Grund-Algorithmen im Ablauf als Geschehen. Und das nicht nur in all seinen heutigen Varianten, sondern auch bei allen evolutions-historischen Vorläuferstufen dazu. Entsprechend auch in allen Arten von »Orthese des Denkens«, die wir uns – über den bereits vorhandenen Bestand hinaus – jemals werden bauen oder anschaffen können.

Sobald sie mit allem vorhandenen „Wissen“ gefüllt ist und in Übereinstimmung mit der gemeinsamen Abstraktionskegelstruktur mit den ‚Restlichen Wissbarkeiten‘ ergänzt wird, kann sich das Studium dieser Schicht auch mit den Zuständigkeiten der einzelnen Gehirnlappen befassen, mit den Problemen der Arbeitsteilung zwischen diesen, den Ersetzbarkeiten ausfallender Bereiche durch andere. Oder mit konkreten Krankheiten des Geistes. Auch die (restlichen) Optionen und Fragen zur Computer-Architektur, zum Zeit- und Ressourcen-Management und jede Art von neuartigen Speichermedien, die jemals zusätzlich ins Spiel geraten werden, gehören dorthin.

5.8  Schicht 7:  Bitmuster & Co.

Irgendwann, wenn man mit diesem Herunterzoomen weit genug fortfährt, muss auch die mikroskopische Ansicht ins Blickfeld geraten. Die Kalium-Natrium-Pumpe der Zellen etwa, oder die Rolle bestimmter Proteine im Leben. Hier ist es nach kognisch unten zu bzw. nach kognisch innen (↓) jedoch nicht Biochemie an sich, das Silizium oder die Elektrizität, die interessieren. Das wären bloß Wiederholungen der vorhergehenden Zoomfahrten zu den Molekülen und Atomen.

Stattdessen möchte ich in der Zoomfahrt in diejenige Richtung hinein abzweigen, die zur Menge an „Basisbefehlen für den Apparat“ und zur Menge an „Signalformen“ führt, so wie diese an diesem Prozess beteiligt sind. Dort zumindest möglich wären. Damit geraten wir mitten in die Konzepte, Optionen und Streitfragen der Wissbarkeitsgebiete: „Mustererkennung“; „Kybernetik“ und „Informatik“ hinein. In all ihrer eigener Fülle. Bis hin zu deren jeweils maximalem Auflösungsgrad.

Die Abbildung 12 zielte – in Übereinstimmung mit dem Konzept des Zoomkanals – zwiebelschalenmäßig auf ein ganz bestimmtes „Bit“. (Dasjenige vielleicht, nach dem wir tagelang gesucht hatten, bis das Programm – „zur Rettung der Welt auf Schicht 1“ – endlich fehlerfrei lief).

Die Abbildung 11 dagegen sollte das Wissensobjekt und fragliche ‚Tortenstück‘ als GANZES darstellen. Diesmal also den »Kognitiven Prozess« in all seiner Höhe und Breite auflösen, bis hinunter zu den Bitmustern und ähnlichem. Für „Analog-Computer“ und ganzheitlich oder holographisch arbeitende Systeme wäre stattdessen an Fourier-Transformationen, Erregungsmuster, Mutationen und dergl. zu denken. [59]

5.9  Schlussfolgerungen

Wenn man sich getrennte Abbilder dessen, was in der WELT (seit kaum Millionen von Jahren erst) tatsächlich als »Kognitiver Prozess« vor sich geht und was dabei so alles mitspielt, für alle acht Auflösungsschalen explizit erzeugt und diese Bilder genau so übereinanderstapelt, wie wir es im Paradefall der Satellitenfotos mit „Landkarten“ taten, entsteht als Resultat wiederum:

Etwas eindeutig Kegelförmiges.

Und zwar in methodisch derselben Art von Diskurs- + LEGE-Raum wie dort!

Beide Mal haben wir ein momentanes „Objekt des Interesses“ vor uns, das in den unterschiedlichsten Auflösungsgraden und Wissbarkeitsszenen betrachtet werden kann. In der Seitenansicht erhalten wir oberhalb der originalseits vorhandenen Wissbarkeiten (˄) immer wieder das gleiche in sich stimmige Selbstähnliche Gebilde. Jeder beliebige eindeutig genug abgegrenzte ‚Weltausschnitt‘ kommt so abbildungsseits zu einem eindeutigen Pendant im »Kognischen Raum«.

Jeder beliebige ‚Weltausschnitt‘ lässt sich in beiden Richtungen zoomen: nach ‚kognisch oben zu‘  (↑)  ebenso wie nach ‚kognisch unten‘  (↓) . Daneben lässt sich vom ‚Weltausschnitt‘ aus, der momentan gerade im Visier ist, aber auch zu beliebigen anderen Ausschnitten und deren spezifischen Wissbarkeitsszenen überwechseln – per bloßem Schwenken der Kamera im vorliegenden Raum  (↔) .

Wiederum einer Operation mit nur dem ‚Guckloch in den Kognischen Raum‘!

Insgesamt steht auch hier dieselbe wirkungsmäßig mächtige, doch zahlenmäßig eng begrenzte Palette an Freiheitsgraden zur Verfügung wie auch im Falle der ‚Sichtbarkeiten‘ aus Kapitel 3. [60]

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Zusammenfassung zu diesem Teil

Hier gelernt: In Systemischer Grafik dargestellt (Abbildung 18), ergeben sich beide Mal eindeutige lokal eng begrenzte Zoomkanäle. Im ersten Paradefall von einem einzelnen Atom in einer Hand einer bestimmten Person in einer Picknickszene ausgehend nach oben zu bis hin zum Universum als GANZEM verlaufend. Diesmal dagegen in einer Top-down-Fahrt von der Vereinigungsmenge der Wissbarkeiten der WELT ausgehend bis hinunter zu einer bestimmten Bitumschaltung oder inhaltlichen Aktivierung im Zuge irgend­eines Denkmoments.  

Daneben jedoch lief die Darstellung beide Mal mit Blick auf ein einziges, bei der gesamten Herumzoomerei durchgehend festgehaltenes GANZES hinaus. Und auf dessen notwendigerweise unterschiedliches Aussehen pro Auflösungsschicht sowie beim Wechsel des Blickwinkels. Im ‚Paradefall der Sichtbarkeiten‘ war dieses „GANZE“ der Weltausschnitt »Planet ERDE« gewesen (bzw. „Das UNIVER­SUM“), hier dagegen ist es der Weltausschnitt »Kognitiver Prozess« – ein ähnlich großes Sammelsurium an diesmal immer wieder anders gearteten ‚Wissbarkeiten‘. Ein „Unifizierendes Wissensobjekt“, das offensichtlich in einem eigenen, ganz und gar nicht mehr klassisch-dreidimensionalen Diskursraum drinsteckt.

Abbildung 18: Der Rote Faden dieses Essays  – parabelartig in der ‚Seitenansicht‘

Doch selbst diese so konträren Räume sollten sich, zusammen mit den Räumen für die hier gar nicht erst angesprochenen restlichen ‚Tortenstücke’, zu einem einzigen gemeinsamen Diskursraum unifizieren lassen. Wiederum mit Hilfe der (rein ‚im Abbildungsseitigen‘ wirksamen) „Zoomoperation“ und den automatisch dabei entstehenden »Abstraktionskegeln«.

So zumindest lautet die These des »Unterfangens Weltpuzzle«.

In beiden Fällen – dem Paradefall der Sichtbarkeiten und seiner raumgreifenden Erweiterung in Richtung auf alle Wissbarkeiten – gelangen wir, nach der ‚Transformation aller originalseitigen Dinge ins Abbildungsseitige’, zu derselben Art von (selbstähnlichem) Diskursraum. In beiden Fällen bekommen wir es mit derselben Palette an ‚Freiheitsgraden der Bewegung bzw. des Handelns‘ zu tun.

Und mit derselben Art von Phänomenen, Gesetzen und Fallstricken für den Umgang mit den spezifischen Wissbarkeiten und Puzzlesteinen. [61]

Selbst „Rote Fäden als solche“ lassen sich in diesem Paradigma noch grafisch darstellen:
Als ‚Denklinien‘ sind sie nur die im derart erweiterten Diskursraum + in dessen angebotsreichen Wissbarkeitslandschaften Eingeschlagenen Routen des betreffenden Gedankengangs.

Dreiteilung der Ergebnisse dieser Systemanalyse:

  1. Kanalartige ‚Zoomfahrten‘, die etwas ganz Konkretes – zwiebelschalenmodellartig – „direkt vor Ort“ ansteuern. --- Bzw. sich „raumgreifend“ von diesem entfernen.
  2. Kontrollierter Wechsel des ‚Zoom- oder Auflösungsgrades‘ – bei abgrenzungsmäßig strikt festgehaltenem Objekt-GANZEN
  3. Der ‚Diskurs- + LEGE-Raum‘, in dem das Alles jeweils platziert ist und dort passiert.

Diese drei Optionen für die ‚Darstellung der Dinge’ werden uns beim Umgang mit den restlichen ‚Tortenstücken des vorliegenden GANZEN‘ und damit bei der Suche nach der »LÖSUNG des Puzzles WELT« immer wieder begegnen.

– [Grafiken: \»Abstraktionskegel« + ‚Geschachtelte Weltausschnitte‘ – in Seitenansicht + in Draufsicht + \»Abstrak­tions­kegel« + ‚Kognitiver Ansteuerungs-Schlauch‘; \Abbildung 2 +  \Abbildung 5; \Abbildung 12 oder Abbildung 12 – Version 2 + \Abbildung 11; \...]

---------------------------------------- Ende des 2. Satzes dieser „Symphonie“ / dieses Rondos -----------------------------------------

Reprise: „Wie eigentlich fing dieses Essay im Kapitel 1 an?“

»Mich beschäftigt ein uraltes Rätsel der Menschheit: Die Welt steckt offensichtlich voller »Gegebenheiten«. Als Denkobjekte sind diese Gegebenheiten ihrer Art nach höchst unterschiedlich und der Menge und den Zusammenhängen nach extrem komplex. Dennoch besteht seit Urzeiten der Verdacht, dass „Alles irgendwie mit Allem zusammenhängt“ (Parmenides).

Das führt – als Herausforderung – zu der zulässigen Frage: „Gibt es denn eine gemeinsame Beschreibungsweise, die am Ende Alles, was über die WELT überhaupt wissbar ist, unifiziert?“

Falls solch ein Paradigma existiert, wie müsste es aussehen? Auf welche Weise sollten wir daher unsere – bisher immer noch weitgehend isolierten – ‚Wissbarkeits-Gebiete‘ am besten reorganisieren

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Was alles käme – nach dem Kap. 5 bzw. „im Anhang“ – §wohl§ sonst noch dran?

Überblick über den Rest dieser (essayhaften) Systemanalyse / dieses Plädoyers für die »Kognik«:

  1. Ist das etwa nur ein faszinierendes Gedankenspiel? Wie könnte das GANZE methodisch zugehen? Das LÖSUNGS-Paradigma: kompletter / ‚raumgreifender‘, ‚originalgetreuer‘ und freier von „Inneren Widersprüchen“ als die üblichen ‚Vorstellungen und Behauptungen zur WELT‘!
  2. Kann dies überhaupt funktionieren? Ja! --- Nachweislich hier. --- Doch mit noch mehr an Schwierigkeiten, sich – wie im Geo-visuellen-Fall – dies Alles auf einmal vorzustellen:
    Als originalseitige »Einsheit in Vielheit«, die es dann auch ‚abbildungsseits‘ werden muss. Mit dem LÖSUNGS-Kegel in einem „schlimmer als 3-dimensionalen“ Diskursraum drin!

  – Mit diesem Handicap muss die Suche nach der »LÖSUNG des Puzzle WELT« leben. –

  1. Die beim Zurechtpuzzeln der LÖSUNG bisher ausgeklammerten anderen, ebenso stark unifizierbaren ‚Tortenstücke des GANZEN‘ + all deren natürliche Berührungsflächen, sei es untereinander, sei es mit den obigen beiden: in Form von ‚Reißverschlüssen‘.

– [\Das »Pusteblumenlogo der Kognik« – erläutert]

  1. Wie, im Idealfall, sähe das Gesamtergebnis aus? Wie dagegen könnte ein heute schon machbarer Kompromiss aussehen? In zusammenfassender Darstellung der bisher erarbeiteten „Teil-Para­digmen“, „Tortenstücke“ und „Methoden“ in Form eines ‚Raschen Prototyps’ zum »Kognischen Universalatlas«. Bzw. seiner notwendigerweise netzartigen Ordnungsstruktur. [62]

– [\Das „Rascher Prototyp“-Wesen + seine Kompromisse; \...]

Welche unter all den in der ‚Welt‘ überhaupt verfügbaren bzw. machbaren Abstrakta – denn diese sind es, die für uns die ‚WELT‘ erst so komplex und unübersichtlich machen – sind für genau die restlichen ‚Tortenstücke‘ zuständig? Und an welchen Berührungsflächen ‚verzapfen sich‘, beim Ein­puzzeln, die einzelnen die LÖSUNG insgesamt konstituierenden ‚Tortenstücke‘ untereinander?“ ...

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[1] {Ich selbst betreibe Strukturelle Systemanalyse – oder nennen wir es: »Kognische Kartografie«. Nicht Philosophie!!
Als Fachausdrücke übernehme ich, aus gutem Grunde, weder klassische Schlagwörter wie: „Ontologie“ noch Konzepte wie: „Streben nach Vollkommenheit“ oder: „Teilhabe an
: <was auch immer>“, noch ganze Weltbilder, wie etwa „Idealismus“ und der­gleichen. Metaphy­sische Philosophie greift mir zu kurz und in ihren Definitionen häufig daneben. Ihre Ergebnisse bleiben unnötig nebulös. Für maximale „Originaltreue“ und Klarheit der Ergebnisse ist sie methodisch nicht ‚opera­tiona­l‘ genug! Daher musste ich in dem Unterfangen meiner eigenen – eben systemanalyti­schen und kartografischen – Wege gehen.}
– [\„Glossar“ zur »Kognik«; \
Das „Ismenwesen“; \‚operational sein‘ (oder nicht) – ein abbildungsseitiges Merkmal; \Fallstrick: „Absolutheitsbehauptungen; \Das „Seiende“; \allerlei an „Philosophien“; \„Systemanalyse“ – als solche; \„Strukturelle Systemanalyse“; \zur – grundsätzlichen – Kartografierbarkeit der Wissbarkeiten der WELT; \Phänomen: „Nebelwerferei“ – im »Kognischen Raum«; \...]

[2] {Meine Abbildungen erscheinen im Ausdruck nur grob angedeutet. Am Bildschirm (empfohlen) lassen sie sich eigens anklicken – zwecks besserer Lesbarkeit im Detail. Die Anklickbarkeit gilt auch für bereits verlinkte Text-Dateien.
--- Unter index_der_abbildungen_boxen.doc gelangen Sie an einen Index, aus dem heraus sich die einzelnen Grafiken im DIN A4-Format ausdrucken lassen.  – vgl. auch Fußnote 4}

[3]  Die Anordnung der Symbole – im Bild oben oder unten, rechts oder links – hat hier, im Gegensatz zum Fall den späteren Seitenansichtsgrafiken, keine sonderliche Bedeutung. Sie soll keine Rangordnung unter den ‚Wissens­trägertypen‘ herstellen; diese werden hier nur – aber gleich zu Anfang – (allesamt) beieinander versammelt. ...

[4] {Lesehilfe: Die meisten Abbildungen zu diesem Essay habe ich – zur Umgehung von lästigem „Rückblättern“ – zusätzlich als „Miniaturen“ zusammengefasst. Eine entsprechende Druckseite findet sich am Ende dieses Essays.}

[5] Aus Gründen der Operationalität gehe ich bei den Fachbegriffen von vorneherein vom Konzept »Wissbarkeit« aus – statt, wie in Philosophie und Informatik üblich, nur von fertigem ‚Wissen’ oder gar von den bloßen ‚Behauptungen’. Eine ‚Wissbarkeit’ als Objekt und Wirkungseinheit ist unabhängig davon, ob irgendjemand sie als solche überhaupt wahrnimmt und als ‚Wissen’ im Kopf behält. Oder ob sich je jemand für ihr Ergebnis interessiert. Oder ob es technisch jemals möglich sein wird, alle zugehörigen Einzelheiten überhaupt herauszufinden. Man denke an die Relativitätstheorie, wo originalseits in der Welt alles Geschehen ja seit Urzeiten schon so ablief, wie es tatsächlich abläuft. ‚Wissbar’ war dieser Sachverhalt schon immer. Es bedurfte „nur noch“ eines Albert Einstein, um deren für uns seltsame Gesetzmäßigkeiten erstmals zu erkennen, sie dann „als Wissen pur“ an uns Laien weiter zu reichen.

– [\‚wissbar sein“; \allerlei an „Wissbarkeiten“; \...]
Der Begriff »Wissbarkeit« ist umfassender und daher für Unifizierungsbemühungen eher geeignet als bloß »Wissen«. Außerdem reflektiert er von vorneherein schon den hypothetischen Realismus der heutigen, doch einigermaßen erfolgreichen Wissenschaft. Jede einzelne Wissbarkeit fände damit ihren ureigenen festen Platz in der Welt. Bei allen Operationen, die wir mit dem dabei entstehenden Abbild der Welt anstellen, um zurück zu unseren üblichen Teilbildern und Augenblicks-Vorstellungen zu kommen (oder auch zu neuen Ansichten) verhält sich das Bildmaterial in diesem speziellen Paradigma wohl geordnet, wie in der Optik etwa, nach wohlverstandenen Gesetzen und mit vorhersagbarem Ergebnis. Das Gesamtabbild wäre unverzerrt in seiner Widergabe der in der WELT vorgefundenen Realität, und zwar sowohl großräumig gesehen als auch auf lokale Horizonte eingeengt. Wo überhaupt möglich, wären die weißen Flecken auf diesem einen gemeinsamen Wissensatlas schon mit konkreten Inhalten ausgefüllt. Auf der methodischen Seite wäre das damit entstehende Bild operational in allen kognitiven Lebenslagen.
Zumindest für das »Unterfangen Weltpuzzle« und die »Kognitive Optik« ist die Erweiterung des Arbeitsbegriffs "Wissen pur" zum neutraleren Konzept "Wissbarkeit" unerlässlich. Ohne dieses anfangs vielleicht sonderbare, aber doch so zwingende Konzept ließe sich das Lösungs-Paradigma der Totalunifizierung der Dinge gar nicht erst entwickeln.

[6] Nach der Erfahrung, dass wirklich gute Theorien sich am Ende sogar als “elegant” erweisen, sollte auch hier das Ergebnis womöglich „einfach“, d. h. im eigenen Kopf vergleichsweise leicht nachzuvollziehen sein.

[7] Schon die Entschuldigung mit dem Schlagwort „Weißer Fleck!” ist oft pure Untertreibung. Wie könnte man – insbesondere in der Frühphase einer Erkundung – ein korrektes Bild des fraglichen GANZEN zeichnen, wenn man überhaupt erst ‚ein paar Teile’ des da zu unifizierenden Körpers zur Ansicht bekommen hat? Egal, ob das vorhandene Wissen nun rahmenartig, puzzlesteinförmig oder sonst irgendwie abgegrenzt ist oder es seinem Geltungsbereich nach vorerst wolkig bleibt. (Abbildung V) (Anmerkung: Das gesamte Ausgangsmaterial wurde irgendwann einmal, aus irgendwelchen Perspektiven heraus, irgendwie der Wirk­lichkeit abgeguckt  — egal ob im Ergebnis richtig oder falsch.)

[8] Hinweis: Die Phänomene, Merkmale, Zusammenhänge und Unterschiede, die ich im Rest dieses Kapitels betonen werde, treten in analoger Form auch beim zweiten Paradefall auf. Und später bei ausnahmslos jedem der »Abstraktionskegel« zu anderen ‚Weltausschnitten‘ bzw. „Tortenstücken des gesuchten GANZEN“. Damit generell beim – quasi-mathematischen – Umgang mit dem Wissensträgertyp »Abstraktionskegel« in seinem so spezifischen Diskursraum.

Nur deswegen steige ich hier zu Anfang nochmal so tief ein – in etwas, was in unserer Zeit bereits längst vertraut ist!

[9] Das hier verbal und bloß in Standbildern vorgetragene Szenario wäre, um den richtigen Eindruck von den „Zusammen­hängen“ zu gewinnen, zu ersetzen durch die dynamische Version seines Gedankengangs: In Vorführung des Videoclips "ZehnHoch [Morrison, P. et al.: „ZehnHoch – Dimensionen zwischen Quarks und Galaxien“, Spektrum der Wissenschaft, Heidelberg, 1987 + mittlerweile auch auf CD erschienen, als Teil von: „ZehnHoch – interaktiv“, Spektrum Akademischer Verlag GmbH, Heidelberg, 1999]. --- Denn Worte allein vermitteln nur einen kärglichen Eindruck vom Bildgeschehen und der Art der selbst über Zehnerpotenzen hinweg beteiligten immer gleichen Zoom-Phänomene und Gesetzmäßigkeiten. 
--- {[2016]: \\von „Spektrum der Wissenschaft“}

{[Jahr 2005]: Jüngst auf den Markt gekommene Programm-Pakete wie „Google Earth“ und „WorldWind“ (+ deren künftige Konkurrenten) legen uns schon Einiges gemäß den hier gemeinten Idealvorstellungen „direkt an die Fingerspitzen“. Doch decken sie der ‚Spannweite ihrer Auflösungsgrade nach‘ gerade einmal 6 der tatsächlich 60 relevanten Zehnerpotenzen ab!}

– [\zur ‚Kognitiven Infrastruktur der Menschheit‘ – \Überblicksgrafik dazu; \...]

[10] All diese Teilbilder sind dabei – schön voneinander getrennt und untereinander wohl geordnet – in unseren Gitternetzen zum GLOBUS ‚individuell ansteuerbar‘. Und jedes von ihnen steckt kartenmäßig randvoll mit ausschließlich seinen eigenen orts-spezifischen ‚Sichtbarkeiten’ (+ den aus diesen ableitbaren ‚Wissbarkeiten’).

[11] Würde man alle Wälder der ERDE abholzen, um Papier daraus zu machen, und das Wasser aller Meere zur Tinten­herstellung nutzen, selbst das an Ressourcen würde nicht ausreichen, um diese Karten damit tatsächlich zu zeichnen!

[12] Die einzelnen Rahmen aus der Abbildung 2 könnte man auf die gleiche Weise übereinander stapeln – mit dem äußersten dieser Rahmen ganz oben. Und das Ergebnis dann wiederum von der Seite her anschauen. Statt dem Kegel, das komplette GANZE enthaltend, erhielte man dabei aber nur eine Art von Turm, Kanal oder Windhose, das Abbild einer einzelnen – gucklochbedingt schlauchartigen – Zoomfahrt. – [vgl. Abbildung 4 – links]. Etwa die der Kognitiven Reise aus dem Video „ZehnHoch“. Methodisch würde man damit jedoch nur eine Darstellungsform mit dem gleichen Mangel gewinnen, mit dem jedes derartige „Zwiebelschalenmodell“ zurechtkommen muss. Weil die Abbildung 4, im Gegensatz zur Abbildung 2, zusätzlich jede beliebige irgend denkbare andere Startposition auf der ERDE mit abdeckt, ist deren Art der Darstellung die „mächtigere“ der beiden. Der »Abstraktionskegel an sich« ist seinem Konkurrenten dem Klassischen Sphären- oder Zwiebel­schalen-Modell in Funktionalität und Operationalität von Natur aus überlegen!

[13] Speziell bei ‚Sichtbarkeiten der WELT‘ ist das über mehr als 40 Zehnerpotenzen der Detailauflösung hinweg sinnvoll!

[14] Der Zoomoperator wirkt primär auf ‚Weltausschnitte‘. Die innerhalb von diesen mehr oder weniger zufällig enthaltenen „Objekte“, „Landschaften“, „Systeme“ oder „Geschehen“ werden in deren Strudel einfach mitgerissen.

[15] Für die Ausrichtung von Landkarten hat man sich irgendwann darauf geeinigt, dass die „Nordpfeile“ allesamt auf dem Papier nach oben zeigen sollen. In der Menge der Seitenansichts-Grafiken zur »Kognik« sind es die „Abstraktions­-Zoom­fahrten“, die ähnlich standardmäßig nach oben weisen. „Konkretisierungs-Zoomfahrten“ und „Detail-Aufschlüsselungen“ bewegen sich immerzu nach (kognisch) unten zu. Doch diese Festlegung ist ebenso willkürlich, wie dies dort der Fall war!

[16] Dabei rutscht kein einziges Objekt, das einmal ins Sucherfeld hineingeraten ist – egal ob natürlich oder derart einge­tragen –, nachträglich wieder über dessen äußeren Rand hinaus: Diese „Verlustfreiheit bei der Erfassung der Dinge“ wird sich als das für die Lösbarkeit des »Unterfangens Weltpuzzle« entscheidende Phänomen erweisen! ... Eindringen von draußen her und scheinbares Verschwinden nach innen zu passiert im selben Maße mit allen künstlich in die Abbildung hinein gezeichneten ‚Gittergerüsten’, ‚Konturen’ oder ‚Figuren’. Egal, wie sinnbefrachtet oder bedeutungslos ihr Angebot an ‚Linien’, ‚Selektions-Rahmen’ oder ‚Puzzlesteinkanten‘ auch angelegt sein mag. Wie bedacht oder willkürlich diese inner­halb des LEGE-Raumes selbst platziert werden.

[17] Da allein die – komplette – Einhaltung der ‚Zoomphänomene‘ darüber entscheidet, ob eine Einzelbehauptung bzw. eine ganze Beschreibungsweise schon konform mit der Sollstruktur »Abstraktionskegel« ist – in all den historischen Vorschlägen für die »LÖSUNG des Puzzle WELT« sind sie es nicht – werde ich die ‚Zoomphänomene’ an anderer Stelle genauer abhandeln müssen. --- N. B.: Für eine möglichst eindrucksvolle eigene Wahrnehmung dieser Phänomene sollte man sich an die genannte Videofassung des „Zehn-Hoch“-Szenarios halten statt an dessen bloß verbale Beschreibung oder eine Notlösung in Standbildern. – [\Die (volle) ‚Palette der Zoomphänomene‘]

[18] Erstaunlicherweise besitzen wir keine unterscheidenden Worte für das ach so stark wechselnde „Aussehen“ ein und derselben Dinge: Egal ob zum bloßen Punkt überzoomt‘; vom Weltall aus ‚Cent-Stück groß erblickt; im ‚Menschlichen Maß betrachtet oder bis in die ‚Allerfeinsten Details aufgelöst, das GANZE benennen wir immerzu gleich: „Die ERDE! Analog hapert es bei der Bezeichnungsvielfalt für jeden anderen ‚Gerade gemeinten Weltausschnitt‘. – (Abbildung 5)

[19] Zum – nicht jedermann vertrauten – Fachausdruck „Invarianz“: Meine Essays strotzen, wo es um  Behauptungen / Puzzlesteine / Wissensschollen / Teilkegel oder Methoden geht, nur so von Formulierungen wie: „auch jeder andere {...}“; „{...} egal, was <...>“; „unabhängig von <...>“; „x-beliebige <...>“; „keinerlei <...>“ und dergleichen. Jede derartige Feststellung sagt etwas zum lokalen Gel­tungsbereich aus und weist im betreffenden Wissbarkeitsgebiet auf die „Abwesenheit dort angesprochener Einflüsse / Variablen“ hin. --- Letztlich ist es die Entdeckung zusätzlicher Invarianzen, die dem Systemanalytiker erst den Hinweis liefert auf die von ihm bislang noch nicht genutzten Gelegenheiten zu weiter-reichender ‚Unifizierung der Dinge‘. Im ganz Kleinen ebenso wie – ‚immer mehr raumgreifend‘ – im gesuchten Großen Ganzen.

– [\Prinzipgrafik: „Immer mehr an ‚Raumgreifung‘“ – in Seitenansicht + in Draufsicht; \„Der Vorschlag in Güte“; \...]

[20] Welche „Teilchen“ dabei ganz unten konkret mitspielen, ist zunächst egal. Alles, was es in der Materiellen Welt tatsächlich gibt, hat, wenn das Puzzle-Ergebnis richtig und komplett sein soll, abbildungsseits ebenfalls vorzukommen. Antimaterie etwa also ebenso wie die Materie. Und „Supersymmetrische Teilchen“, „Dunkle Materie“ und „Dunkle Energie“ werden genau so gut an ihrem jeweils ureigenen Platz ins Bild passen müssen – sofern diese wirklich existieren. Alles, was es im »Original WELT« dagegen gar nicht erst gibt und – trotz aller Behauptungen dazu – keine eigenen Wissbarkeiten hat (Phlogiston; Homunculus; ...) gehört nicht mit dazu – zumindest nicht hier an dieser Stelle.

--> Jede sich erst bildende Galaxie, jeder entstehende und vergehende Stern, jedes gerade geborene Individuum, obwohl vorher nur als „prinzipielle Möglichkeit“ vorhanden, passt ebenfalls in dieses Schema.

Um die Begrenztheit der menschlichen Sinne geht es hier nicht. Nur um Methodisches bei der Unifizierung. Die uns von der Evolution apparat-mäßig mitgegebenen Wahrnehmungs- und Denkfähigkeiten sind nun einmal nicht das Maß aller Dinge – und der irgend denkbaren Spezies. Das sind stattdessen die ‚Wissbarkeiten’, so wie sie originalseits vorhanden sind, und die dortigen prinzipiellen Machbarkeiten – unabhängig von den physisch begrenzten Möglichkeiten irgendwelcher biologischer oder technischer Apparate zu ihrer Wahrnehmung.

N. B.: Antimaterie (Positronen; Antiprotonen; ...) usw. untersuchen die Physiker mit genau denselben Gerätschaften und analysieren und beschreiben sie innerhalb derselben Diskursräume („Feldtheorien“) und mit denselben abstrahierenden darstellerischen Tricks wie die Normalmaterie.

[21] Stellen Sie sich dieselbe Paradezoomfahrt mal mit geschlossenen Augen vor! Ohne noch an so etwas wie die sich „nach oben zu“ bewegende Rakete zu denken, ohne selbst überhaupt irgendein physisches Vehikel zu benötigen. ...

[22]   Weitere Leistungen und Erweiterbarkeiten des Grundkonzepts: Manche unserer Aussagen über die WELT können wir bis in eine mehr oder weniger ferne Zukunft hinein extrapolieren („Die Erde bleibt vorerst rund!“; Kurzfrist-Wetterpro­gnosen; ...). Selbst Chaos-Effekte und Emergenzen werden vom Konzept »Abstraktionskegel« abbildungsseits mit abgedeckt. All diese klaglos in die Unifikation mit einbeziehbaren Wissbarkeitsbereiche sind nicht Thema dieses ersten Essays.
Auch die Frage, was über die bloßen ‚Sichtbarkeiten‘ hinaus schon alles an visuell gar nicht erst erfassbaren ‚Wissbarkeiten‘ sich wie automatisch in die Beschreibungsweise einfügt, sobald man das Trägerkonzept des Abstraktionskegels derart erweitert (um Farbe, Zeitachse usw.), wäre in eigenständigen Essays zu behandeln. Man könnte noch andere ebenfalls ganz einfache Achsen zusätzlich aufspannen: insbesondere eine für die bloße Unterscheidung zwischen dem Modell stehenden Original und all dem Abbildungsseitigen dazu. + Eine andere für die "Art der Elementarteilchen" oder die "Ordnungszahl der Atome": allesamt Merkmale, die der Mensch – im Gegensatz zu den Fähigkeiten des Silber-Halogenids der Fotoplatte – als solche erkennen und gedanklich nutzen kann. Samt manch anderen von ihrem Charakter her ebenso wenig visuellen Eigenschaften. Das Unifizierungsziel des »Unterfangens Weltpuzzle« bedeutet in anderen Worten auch: Elimination aller ‚Fremdparadigmen’ und fachspezifischen ‚Explikationen’, soweit diese irgendwie als „deus ex machina“ daherkommen.  – [\§Box: ...§]

[23] Ein {weniger anschaulicher} Videoclip mit dem Namen: "ZeitHoch" befindet sich ebenfalls auf der genannten CD-ROM.

[24] anhand von „Information“, die aus dem gerade geknipsten Bild herausziehbar ist. Oder „sonst irgendwie“ erhältlich sind! 

[25] Noch so eine Invarianz dieses Szenarios: Unter Wasser etwa könnten Eigenschall und Sonargerät dasjenige für die Beobachtung und Abbildung sein, was das Licht in der Luft und im Weltraum für uns derart gratis leistet. Es kommt nicht darauf an, womit eigentlich registriert wird. Elektromagnetische Strahlung hat nur den Vorteil, dass ihre Wellen­längen sowieso schon weitgehend das benötigte breite Band an Zehnerpotenzen des Auflösungsgrads abdecken. Und dass der Weltraum sowie der Luftraum oberhalb der Erdoberfläche hinreichend „leer“ sind, dass die Strahlung – auf geraden Wegen zumeist – bis zu den gängigsten Beobachterpositionen durchdringen kann.

[26] Sollte sich die „Superstring- / M-Theorie“ jemals als richtig erweisen, so kommen zu den bisherigen 40 kontinuierlichen Zehnerpotenzen des Zoomfahrt-Szenarios nach unten zu noch ca. 20 weitere hinzu (bis hin zur „Planck-Länge“ von 10-35 Metern). Mitsamt ihrer Menge an eigens zu erforschenden Wissbarkeiten! Sollten sich die – derzeit ebenso theoretisch gemutmaßten – „Parallel-Universen“ tatsächlich als wahr erweisen, geht es mit diesem Freiheitsgrad nach oben zu ebenfalls sinnvoll weiter. Beides jedoch immer noch innerhalb eines einzigen der gesamten Materiellen Welt gemeinsamen »Abstrak­tionskegels«!

– [\Die „Welt der Materie + Energie“; \zur „M-Theorie“; \„Urknall“ + Kosmologie“; \...]

[27] „Strahlen-Pyramiden“ mit ihren jeweiligen Fluchtpunkten waren nun einmal der entscheidende Kunstgriff zur – auch da nur vorgetäuscht „richtigen“ – Darstellung und Ordnung der Dinge in ihrem vollen räumlichen Kontext.

 – [Thema: \„Perspektive“ als solche; \Bild: „Perspektive nach Albrecht Dürer“; \M. C. Escher – „Unmögliche Objekte“; \...]

[28] --- in den Systemischen Grafiken jeweils fett-schwarz als eigenständige Position angedeutet

[29]  Wenn ich hier plötzlich auf das Wissbarkeitsgebiet „Telekommunikation“ anspiele, dann deswegen, weil dort – nachträglich – alles mit allem verbindbar ist: Telefone, Computer usw. existieren offensichtlich, individuell, lokal und weltweit. Idealerweise sind sie untereinander tief vernetzt; jede „Nummer“ für sich kann – über alle Entfernungen hinweg – von überall sonstwo aus angewählt werden. Ganz so wie man etwa mit „Querverweisen“ in einem Text aus beliebiger Ferne überallhin im Diskursraum gelangen kann. Wie man im riesigen Semantischen Netz der Dinge und Zusammenhänge alles „auf einen bloßen Klacks hin“ ansteuern kann – dort aber auch: „ganz oben“ oder „unten“. Das Stichwort „Telefon“ liefert innerhalb des »Puzzles WELT« automatisch einen Andockpunkt für die Diskussion all der Zusammenhänge und Belange von Wissbarkeitsgebieten wie: „Kommunikation“; „Planung“; „Kontrolle“; „…“, hierarchies (oder so etwas wie dem selbst schon abstraktionskegelähnlichen OSI-Modell, das die moderne Technologie mittlerweile prägt). Mitsamt all der für diese Gebiete und Szenarien jeweils spezifischen: Wissbarkeiten; Perspektiven; Modell-Schichten und Methoden. Ohne dabei display-bestückte Handys und das Internet mit all den Webauftritten und Webseiten zu vergessen.

{Etwas, was sich zeitlich erst nach Anbeginn meines eigenen Unterfangens überhaupt entwickelt hat. Doch auch das alleine aus in der WELT seit Urzeiten vorhandenen ‚Wissbarkeiten‘ und ‚Prinzipiellen Machbarkeiten‘ heraus. Etwas, das als GANZES sowieso irgendwann einmal wie ein »Kognischer Universalatlas« fungieren wird.}

[30] Nur deswegen mache ich mir, bevor ich §später einmal§ zum Kern meines Themas, dem methodisch schwierigeren Teil und letztlich der »LÖSUNG des Puzzles WELT« übergehe, hier so viel Mühe, diesem speziellen ‚Wissensträgertyp‘ – im Zoo seiner Konkurrenten – Verständnisbrücken zu bauen.

[31] Vor 50 Jahren {jetzt speziell vom Jahr 2000 zurück}, als selbst mancher „Experte“ noch anzweifelte, dass „Satelliten“ jemals ganz um die ERDE herumkommen würden ohne herunterzufallen {vom Urknall-Geschehen; Genetischem Code; Der Systematik der Elementarteilchen; Der Machbarkeit von Mikroelektronik und den Optionen der Nanotechnologie ganz zu schweigen}, wäre man für solch eine Be­hauptung noch als Phantast verschrien worden, von der Wissenschaft entweder als Spinner negiert oder als Ignorant an den Pranger gestellt. So schnell wandeln sich gerade in unserer Zeit uralte ‚Wissbarkeiten‘ – eine letzten Endes begrenzte mathematische Menge! – in konkretes „Wissen“. Wird Unglaube und Streit zu gemeinsam geteilter Überzeugung.

[32] Selbst extreme Hypothesen – wie die Poincarésche Vermutung, der Weltraum habe schon in sich selbst gewisse "Löcher" – kann den ‚Abstraktionskegel‘ als die Originalwelt abbildungsseits unifizierendem ‚Wissensträgertyp‘ nicht entwerten. Denn das Paradigma vom »Abstraktionskegel« ist beim Unifizieren der Dinge unempfindlich gegen alle Ungewissheit, wie die WELT originalseits tatsächlich aussieht und wie nicht. Der Grund dafür ist: Die WELT existiert nun einmal (als in sich zusammenhängendes GANZES – so, wie sie halt ist) und damit zählt auch ihr makroskopisches und mikroskopisches "Aussehen" mit zu den Wissbarkeiten: „Wissbarkeit“ allemal im Sinne der Fußnote 5. Völlig egal dafür ist auch die Frage, ob das Universum sich in alle Ewigkeit ausdehnt oder irgendwann einmal wieder in sich zusammenfallen wird.

--- Die Durchzoombarkeit gilt primär für die Rahmungen der abbildungsseits anlegbaren ‚Weltausschnitte’. Deren Inhalte – egal wie diese nach innen zu auch aussehen – werden von ihren Phänomenen (nur) „mitgeschleppt“.

[33]  N. B.: Das ursprüngliche „ZehnHoch“-Szenario für die Durchzoomerei – dort als physisches Raumfahrtgeschehen präsen­tiert – unterscheidet noch nicht zwischen diesen beiden so grundverschiedenen Räumen und deren ebenso grundver­schiedenen Typen von: „Objekt“ + „Rahmen“. Ohne deren konsequente Trennung – d. h. in der Vereinfachung genau dieses Szenarios – wird man „kognisch ganz weit oben“ und „kognisch ganz weit unten“ noch immer in die altbekannte Metaphysische Bredouille geraten.

[34] Unterwegs in meinen Essays werden dem Leser – angesichts festgefahrener Denkweisen und des für die meisten so neuar­tigen Paradigmas – allerlei zunächst unüberwindlich scheinende Einwände einfallen. Dann werde ich – irgendwann sollte der Leser dies selbst tun! – zur Klärung der Zusammenhänge immer wieder auf genau dieses erste Beispiel verweisen, auf dieses so raumgreifende und doch relativ leicht nachvollziehbare einheitliche ‚Zoom-Szenario über mehr als 40 abbildungsseitige Zehnerpotenzen hinweg‘. Auf seine Erweiterung hin zum erdweiten bzw. gleich das Ganze Universum umfassenden »Abstraktionskegel der Sichtbarkeiten«. Mitsamt all den dort nachträglich beliebig anlegbaren ‚Weltausschnitten‘. Mitsamt entsprechenden Kartenstapeln und all den vorgebahnten Reiserouten bzw. den Möglichkeiten zur Freien Navigation durch die jeweils lokale Wissbarkeits-Landschaften. Wie denn würde das fragliche Problem dort aussehen? Wo wir bereits wissen, was für ein besonderes Ding der »Abstraktionskegel« ist und wie er in diesem Fall entsteht? Wie würde derselbe Einwand in diesem Fall lauten? Woran eigentlich hängt oder hing dort die später doch noch überwundene „Unüberwindlichkeit“? Also: Wie sieht – bekanntermaßen, zumindest wissbar – dort die Antwort auf den analogen Einwand aus? Dass ich auf diesen Paradefall derart schulmeisterlich einging und ihn aus systemisch kleinsten Schritten heraus zu entwickeln versuchte, geschah auch in der Absicht, dem interessierten Leser möglichst schnell zur Selbständigkeit beim allseits fälligen ‚Abprüfen der Dinge’ zu verhelfen. Bzw. beim Hinterfragen all der in der Welt über sie selbst anzutreffenden (freien) ‚Behauptungen’.

[35] Vergleiche hierzu im ZehnHoch-Szenario das ständige Verschwinden der Dinge: Jedweder Ausschnittsrahmen, jedwedes dort einmal erkannte Objekt gerät im Zuge des Allgemeinen Hochzoomens irgendwann weg vom Fenster. Und dies sogar von einem für jedes dieser Dinge genau angebbaren eigenen Zoomgrad an!

[36] Um nicht missverstanden zu werden: Der »Kognische Universalatlas« ist zunächst nur ein theoretisches Konzept, eine Wissensstruktur, in der sich – prinzipiell – alles an Wissbarkeiten am jeweils zuständigen Ort kartografisch unterbringen lässt. Und das nur, weil in seinem Wissensträgertyp als Diskursraum die nötigen „Koordinaten“, „Planquadrate“, „Platzhalter“ und „Stützstellen in der Nähe“ zuvor bereits passend angelegt sind.

[37] Nur so kommt es dazu, dass sich die sprichwörtliche Behauptung: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ zu Recht erweitern lässt um den Zusatz: „Ein »Abstraktionskegel« sagt mehr als tausend Bilder!

[38] Hier geht es mir nicht etwa darum, andere Beschreibungsweisen zu widerlegen. Sie gar eliminieren zu wollen. Jede Beschreibungsweise der WELT zählt selbst – mit ihrer eigenständigen Menge an Wissbarkeiten – ebenfalls zur Originalseitigen WELT. Ist – als Beschreibungsweise eben – damit von Natur aus ebenfalls abbildbar und diskutierbar. Mit dem Wissensträgertyp »Abstraktionskegel« (+ der Palette an »Kognitiven Freiheitsgrade« im Umgang mit ihm) erweitere ich das uns infrastrukturmäßig bereits bestehende Angebot hier nur um ein zusätzliches Paradigma. Um ein – wie ich darzustellen versuche – besonders viel versprechendes jedoch, weil es schon von seiner eigenen methodischen Natur her für die Rolle der allem gemeinsamen Ur-Referenz“ besser geeignet ist: Bei der Analyse von Komplexitäten etwa, beim Einordnen von Wissen und Problemen (Speicherung + Zugriff), in der Forschung, bei der Lösung von Streitfragen und Konflikten. + ...

[39] Gerne hätte ich es dem Leser erspart, sich auf ein völlig neues Paradigma einstellen zu müssen. Egal ob in Philosophie, Wissenschaft, Ideologien oder der Planungs-Szene eines Staatswesens schwirren sowieso schon verwirrend viele Beschreib­ungsweisen herum, dass zusätzliche Paradigmen zunächst als Zumutung empfunden werden. Doch die Invarianz-Eigenschaften – und damit seine intrinsische Unifizierungskapazität – statten das "Paradigma vom Abstraktionskegel und seinen Freiheitsgraden" mit einer derartigen methodischen Überlegenheit aus, dass es sich lohnt, sich forschend und nutzend dennoch darauf einzulassen. Letztlich unifiziert dieser Wissensträgertyp – wie sich zeigen lässt – sogar all die mit ihm konkurrierenden anderen Wissensträgertypen (vgl. Abbildung 1). Wenn das zunächst aussichtslos scheinende All-Unifizier­ungs-Unterfangen überhaupt zu lösen ist, dann nur innerhalb eines völlig neuen Paradigmas. Mit einer gewissen Portion an Umdenken, im Umgang gewöhnungsbedürftig und eigens zu erlernen! Anhand der Klassischen Paradigmen dagegen lässt sich das Puzzle WELT gar nicht erst lösen. Denn angesichts jahrtausendelanger Bemühungen um ein möglichst „einfaches, komplettes und dabei allseits richtiges“ Weltbild wäre uns dies sonst schon längst gelungen! ...

[40] Der »Kognische Raum« ist demnach weit mehr als bloß eine Metapher. Das Geflecht an Zusammenhängen und großräumigen Invarianzen sieht sogar verflixt danach aus, als müsse es dazu eine eigene Mathematik und Metrik geben – mit völlig Kontext-unabhängigen Gültigkeits- und Syntaxregeln. Dies als Thema würde jedoch den Rahmen des vorliegenden Essays bei Weitem sprengen. ...

[41] Schon diese erste Einführung in die Durchzoombarkeit der „Dinge des Kognitiven Prozesses“ verläuft nicht mehr längs dem Grad ihrer räumlichen Auflösung, so wie es im Paradefall der Sichtbarkeiten noch geschah. Der Klassische Raum gäbe, weil er bei diesem Wissbarkeitsgebiet bloß nachrangig beteiligt ist, dafür nicht genügend her. Hier verläuft die Zoomfahrt eher längs dem Grad der zeitlichen Auflösung, also auf einer ganz anderen unter den Flanken des »Gipfellogos der Kognik«.

{Eine ebenso durchgängige Kognitive Zoomfahrt und jede ähnliche Route für die Ansteuerung der Dinge mit dem Guckloch lassen sich für jedwede andere Art von „Prozess“ durchführbar. Was weitere Demonstrationsbeispiele und Anwen­dungsfälle liefern würde. Und für das Unterfangen als GANZES später seine „Restlichen Tortenstücke“ erledigen lässt.}

– [\»Pusteblumenlogo«; \...]

[42] Jede Theorie des »Kognitiven Prozesses« sollte zumindest diese acht Ebenen umfassen, wenn sie überhaupt eine zufriedenstellende Überdeckung der an ihm beteiligten Ereignisse, Phänomene, Merkmale und Zusammenhänge liefern soll.

Auch dort soll am Ende ja „alles an dazu Wissbarem abbildungs-methodisch unter einen einzigen gemeinsamen Hut passen“!

[43] Systemanalyse und Systemplanung haben, was die Richtung des Fortschreitens durch die Auflösungsschichten betrifft, ihre eigene Fachausdrücke: „Bottom up“ und „Top down“ beziehen sich auf den linken Teil der Abbildung 4: Auf das momentan gemeinte GANZE – als ‚Abstraktionskegel in seiner Seitenansicht‘. Dort bezeichnen sie die Optionen des ‚Aufwärts’ und ‚Abwärts’. Die Begriffe „outside in“ und „inside out“ dagegen beziehen sich auf den rechten Teil der Abbildung: Auf die aus dem GANZEN lokal herausstanzbaren ‚Weltausschnitte‘. In der Draufsicht auf den »Abstraktions­kegel« erscheinen diese als einander umschließende Serie von Rahmungen“. Oder – jetzt aus der Zeichenebene heraus­ragend – als ‚Zoomkanal nach oben‘ bzw. nach ‚unten zu‘.

      Nichts also als unterschiedliche Bezeichnungen für die Nutzung desselben Freiheitsgrads, dem der ‚Durchzoombarkeit‘!

[44] Das passiert analog zur Abfolge von Vorstellungen aus: Der „Stift hier“ – im Kontext „meiner Hand (zu genau diesem Zeitpunkt)“ – im Kontext von mir selbst als „Redner am Pult“ (und nicht eines der Zuhörer) – im Kontext des „Hörsaals / ganzen Gebäudes“ – im Kontext  <der betreffenden Stadt / des Landes / des Kontinents> – im Kontext von <Erde / Sonnensystem / Galaxie> – bis hin zum Kontext des „UNIVERSUMS“ als dem eigentlichen GANZEN. Auch analog zu all den Variationsmöglichkeiten bei der Wahl des Startpunkts (und der Stützstellen zwischendurch) zu solch einer – immerzu durchgängigen – ‚Zoomfahrt’.

[45]  Das Planungswesen, in dem die Denklinien im Zuge von: Maßnahmenfindung; Entwurf; Entwicklung; ...; Steuerung und Management ja ebenfalls in ‚Diskurs- + LEGE-Räumen’ herumnavigieren, wo all die so unterschiedlichen Aufgaben­stellungen, Zielkomponenten, Wissbarkeitsgebiete, Arbeitsschritte, Kriterien und Gewichtungen irgendwie mitspielen, dient mir bei der Suche nach der »LÖSUNG des Puzzles WELT« als zusätzlicher Test- und Paradefall. Als ein wiederum „ganz andersartiges Tortenstück im gesuchten GANZEN“ lässt sich der dem Planungswesen gemeinsame Diskursraum all seiner Wissbarkeiten nicht allein klassisch anhand von Raum, Zeit und Materie aufspannen. Nicht anhand einer derart geringen Anzahl von: „Meilensteinen“, „Wahrzeichen“ bzw. „Problemdimensionen“. Doch auch der – wie der »Weltausschnitt der Sichtbarkeiten« und der »Weltausschnitt des Kognitiven Prozesses« ebenfalls voll mit Wissbarkeiten steckende und ebenso wie diese voll durchzoombare – dem entsprechende »Abstraktionskegel« will im Zuge des »Unterfangens Weltpuzzle« erst einmal originalgetreu zusammengefügt sein. Aus Unmengen einzelner Puzzlesteine wie auch sonst. Als Unifizierung zu dem ebenfalls gigantischen Weltausschnitt der (meist menschlichen) Eingriffe in das Selbstorganisations-Geschehen der WELT. Womöglich mitsamt „Einzelkarten“ zu Themen wie: „Aufbau und Ablauf“; „Strategie und Taktik“; „Kybernetik und Optimierung“; „Leittechnik und Kontrolle“; „Automation und Vernetzung“; „Aufwand und Zeitbedarf“; „Gelingen oder Fehlschlag“. Und was der Schlagwörter noch mehr sind. Ohne dieses zusätzliche ‚Tortenstück’ würde die »LÖSUNG des Puzzles WELT« nicht komplett. Da bleibt ein riesiges Arbeitspaket noch zu erledigen!

– [\Wortfeld zum „Planungswesen“; \Wortfeld zum »Unterfangen Weltpuzzle«; \Die „Theorie des Planungswesens; \Das ‚Elemen­tarschritte‘-Paradigma des: Denkens; Verwaltens; Planens; Forschens; Spekulierens;; \...]

Mit Hilfe der ‚Strukturellen Systemanalyse’ ist jedoch auch das (oft chaotische) Planungswesen – als wiederum vergleichs­weise gut abgrenzbares gemeinsames „Wissensobjekt und eigenständiges GANZES“ – unifizierbar. Um dieses Essay nicht zu überfrachten, werde ich hier nicht groß auf deren Ergebnisse eingehen. Auf jeden Fall liefert uns dieses originalseits zusätzlich existierende Wissbarkeitsgebiet einen weiteren Anwendungsfall, um mit dem bislang ungewohnten »Paradigma der Kognitiven Optik« ausführlicher herumzuspielen. Und den eigenen Kenntnisstand zur Methodik nach Strich und Faden zu überprüfen. Das Planungswesen bringt eine ähnliche Herausforderung mit sich, die – genauso wie der damit ver­wandte »Kognitive Prozess als GANZER« – nur sekundär mit den eingangs abgehandelten „Sichtbarkeiten der WELT“ zu tun hat.

[46] Ein weiteres Beispiel für das Konzept: Denklinie liefert die Abbildung 18. Dort stelle ich, hochabstrakt per ‚Kognitivem Fingerabdruck‘, zu meinem eigenen Essay den Roten Faden seiner Kapitel 3 bis 5 vor.

--- Im genau selben Diskursraum, innerhalb der Struktur seiner ‚Selbstähnlichen Kegel‘, wären auch andere Reiserouten anlegbar. Mit und ohne Streifung seines ‚Allerobersten Top-Punkts‘, mit und ohne Eingehen auf das Unifizierungsziel dieses Unterfangens im GANZEN. –  (↑)

[47] Mit derselben Berechtigung ließen sich – ebenso sekundengenau – all die Positionen im Klassischen Raum aufzeichnen. Wo genau man sich im eigenen Leben wann gerade befunden hat. Beide Filme sind als Ariadnefäden gleich lang und ließen sich für eine genauere Analyse des Geschehens zeitpunktgerecht „nebeneinander kleben“. Und doch „strickt“ jeder Mensch von Geburt bis zum Tode an seinem so ganz persönlichen Streifen, selbst dann, wenn er gerade mit anderen Leuten „Mitreisenden“ am selben physischen bzw. kognitiven Ort beisammen ist: Physisch am Faden oder Film seiner eigenen Aufenthalte im dreidimensionalen ‚Bewegungsraum des Menschen als Körperwesen’; bewusstseinsmäßig am Faden oder Film seiner eigenen Aufenthalte im ‚Bewegungsraum des Menschen als Geistwesen’.
--- Genauso gut könnte man mit fest in die Stirn eingebauter, an die Augenbewegungen gekoppelter Kamera für jeden Einzelnen die visuellen Wahrnehmungen seines ganz persönlichen Lebens
permanent aufzeichnen. Alle Augenzeugen der (Welt)-Geschichte eingeschlossen. Alles als Abfolge von – aus einen einzigen großen GANZEN, aus dem ‚Original WELT, gemäß der eigenen Perspektive herausgestanzten – Strahlenkegeln. Mitsamt den darin jeweils sichtbar-gewordenen Inhalten. Alles immer gerade so wenig oder so stark gezoomt, wie einem diese Dinge im Augenblick der Wahrnehmung gerade vor Augen schwebten. --- Natürlich ließe sich dasselbe Szenario auch für die Hörerlebnisse und die anderen Sinneswahrnehmungen aufstellen.

[48] Damit verglichen sind EEG´s – in Makro-, Mikro-, selbst in Einzelzellen-Aufzeichnung – nur Notbehelfe. Doch auch sie beobachten, ebenfalls von draußen her!, genau dieses ständige Weiterstricken am ‚Individuellen Kognitiven Lebensfilm‘.

Diese – im Vergleich zum Szenario der Theorie – echte Technik liefert schon gewisse Einblicke in die an der Abwicklung des »Kognitiven Prozesses« aktiv beteiligten Komponenten des Gehirns und zu dessen Ressourcen. In die wann und wie eingeschlagenen Routen durch den für alles Kognitive längst vorhandenen Raum und in die Geschehnisse und Fährnisse beim dortigen Navigieren.

[49]  Methodisch ließe sich das »Kognitive Archiv der Menschheit« unter allen nur möglichen Blickwinkeln, egal aus welcher der Unterdisziplinen und Fragen der »Kognik« diese auch stammen mögen, ordnen und auswerten. Schon die obige „Individualität des Denkers“ und die Chronologie des Geschehens in den Köpfen“ liefern erste Dimensionen zu seiner Aufspannung als Diskursraum – und damit ein aufschlussreiches Ordnungsschema. Sondenmäßig ergänzt um Strukturen und Operatoren der »Kognitiven Optik« (Abstraktionskegel; Zoomebenen; Kegelflanken; Weltausschnitte; Wissbarkeitsszenen; Kognitive Freiheitsgrade; usw.) könnte die Trennschärfe – sowohl in der Breite wie in der Tiefe – über die Mächtigkeit jeden anderen Wissensträgertyps und Paradigmas hinaus erhöht werden.

[50] Optionen, doch noch ganz anders zu denken, als zuvor jemals jemand gedacht hat, sind von einem anderen Typ der Wiss­barkeit. Auf das entsprechende Tortenstück, die in der WELT prinzipiell vorhandenen „Möglichkeiten“ und „Unmög­lichkeiten“, möchte ich an dieser Stelle nicht näher eingehen.

[51] Man denke daran, dass es selbst im Fluss des Bewusstseins so etwas wie den kürzesten Moment gibt, der noch als von den Nachbar-Momenten getrennter Eindruck wahrgenommen (oder per EEG abgegriffen) werden kann. Seine Dauer liegt im irgendwo im Bereich zwischen einer Zehntelsekunden und einer Sekunde. Der menschlichen Sprache etwa blieb gar nichts anderes übrig, als die Dauer ihrer Morpheme an diese Größenordnung anzupassen; sie hat sie nicht etwa auf die Dauer von Millisekunden verkürzt, was ja auch denkbar ist und akustisch ohne Weiteres machbar. Der Fluss der Sprache – Wort für Wort, Satz für Satz – entspricht über gewisse Wechselwirkungen mit unserem Kognitiven Strickmechanismus ebenfalls dem grundsätzlichen „Punkt & Linie-Charakter unseres Denkfortschritts. Der Denkapparat ist – nur” – dazu in der Lage, seine Inhalte selbst zu erzeugen, sie zu ändern, zu interpretieren, zu ordnen und den Verlauf des Geschehens in ihm – in Grenzen – eigenständig zu steuern. Beim Computer dagegen würde der entsprechende Minimalbedarf an Zeit nach heutiger Technologie in den Bereich von Piko- und Nano-Sekunden fallen. Ebenfallsmit einer eindeutigen Totzeit zwischen den Zyklen”. Auch bei ihm ließe sich vom Hauptprozessor und seinen Zulieferern in jedem Augenblick ein derartiger Ausdruck des momentan gerade zurecht-gestrickten Inhalts anfertigen. Im selben Rhythmus von Standbildern.

[52] Als ‚Wirk-Mechanismen‘-Paar:  Die »Platsch«-Verarbeitung  versus:  Die ‚Bit‘-Verarbeitung !

[53] Erste Andeutungen von diesem Gezerre um das Zentrum des Bewusstseins kann man mittlerweile von außen her abgreifen: Per Elektro-Enzephalogramm usw. In der Silizium-Version des Kognitiven Prozesses ist – aus ebenso souver­äner Distanz heraus betrachtet – in jedem Augenblick immer nur ein winziger Auszug des abzuwickelnden Programms und der im Massenspeicher insgesamt vorhandenen Daten „als Weltausschnitt geladen“. Damit bereit für die Bearbeitung im „Guckloch aus Prozessoren und Verrechnungsregistern“. In dieser Version muss der Ablauf der Schritte sogar, vorab, für jeden Augenblick eindeutig gemacht werden. Durch ihre funktionsmäßig richtige“ Programmierung.

--- Per Programmpaket andererseits (zur Text- oder Bildbearbeitung etwa) und den Werkzeugen seiner ‚Benutzer­oberfläche’ lässt sich der weitere Verlauf der „Denklinie” auch von draußen her steuern. Über Tastatur, Mauscursor, Menü & Co.  Genau das ist ja der Zweck all solcher „Orthesen fürs Denken und Gestalten“ als künstliche „Kognitive Glieder“.

[54] Bei der Beobachtung des ‚Kognitiven Geschehens’ gilt es zwei unterschiedliche Bezugssysteme auseinander zu halten:
In dem einen beobachten wir das Fortstricken der Denkfäden als Routen im unifizierten Diskursraum
. Aus der sicheren und unbeteiligten Entfernung einer ‚Fernen Hohen Warte’ heraus. In dem anderen bewegen wir uns selbst mit der Front allen Wahrnehmens und Denkens im Raume mit. Schwierigkeiten, aber auch wissenschaftliche „Déjà-vu“-Phänomene, wie sie beim Wechsel zwischen diesen so unterschiedlichen Inertialsystemen auftauchen, stammen nicht etwa aus künstlichen Annahmen meinerseits. Schuld daran sind innere Merkmale des »Kognitiven Prozesses« selbst:

                                                          Die zwangsläufige „Relativität“ der / aller Weltausschnitte.

[55] Diejenige Stelle innerhalb der »LÖSUNG des Puzzles WELT«, wo – egal ob bei Mensch, Tier, Roboter oder Gespenst – der „Freie Wille“ samt dessen uralten Streitfragen hingehören, ist genau diese Front. In einer Art „Bohrkopf“-Szenario.

[56] Zu weiteren Invarianzen an dieser Stelle vergleiche man die Schlagwörter in Abbildung 16!

[57]  Genau dies ist die Stelle, wo zumindest in der Silizium-Version des Kognitiven Prozesses der »Abstraktionskegel der Methodik«  und das Konzept: Flussdiagramm” ins Spiel kommen. Genau hier befinden sich aber auch die Abzweigungen zu allem: Zwanghaften Denken; Intuitiven Vorgehen; Heuristischen; (Un-)Vernünftigem; Logischem; Systematisierten und Mathematisierten. Hier innerhalb der »LÖSUNG des Puzzles WELT« zweigt es zur Anwendung von Algorith­men, Strategien und Taktiken, Formalismen, Darstellungsformen ab. All das klinkt sich an genau dieser Stelle als potentieller Einfluss ins Geschehen ein. Als im Gesamtpuzzle relativ eigenständiges Tortenstück an Wissbarkeiten dagegen gehört das Methodische (mitsamt allem Spezialwissen um jeweilige ‚Geltungsbereiche’ und spezifische Wirksamkeiten) schon weiter oben mit zur Schicht 1.

[58] Das Kurzzeitgedächtnis fasst maximal 7 bis 10 einzelne „Chunks“ an aktiviertem Wissen gleichzeitig. Aufgeteilt auf ca. 200 Bit, wie man „gemessen“ hat: Separate Brocken an Top-Information, die – falls sie nicht wie bei den Computer-Registern eigens aufgefrischt werden – nur ca. 25 Sekunden lang für die Nutzung oder weitere Verarbeitung parat stehen. Entweder hat die Evolution diese Anzahl als ein dem Kognitiven Prozess und den daran systemisch beteiligten Elementen gemäßes Biologisches Optimum festgestellt oder sie schaffte, selbst bei uns, der „Krone ihrer Schöpfung“, bisher noch nichts Besseres. Natürlich sind unser „Hauptprozessor im Kopf“ und all die „Basis-Routinen“ leistungsmäßig längst an diesen Flaschenhals angepasst. Oder umgekehrt das Kurzzeitgedächtnis an dasjenige, was das ‚Guckloch‘ technisch gerade noch verkraftet. --- Jenseits davon beginnt das „Phänomen Stress“.

[59] Natürlich ist die Sammlung der ‘Kognitiven Lebensfilme aller Menschen und Zeiten‘, sogar noch im Auflösungsgrad von Bit- oder Stimulationsmustern  betrachtet, ein extrem theoretische Vorstellung. Doch das Konzept ist ebenso realistisch, wie es  die Vorstellung einer ‚Sammlung jedweden Fleckchens auf der Erdoberfläche wäre, die jemals eines Menschen Fuß betreten hat‘, wenn diese speziell im Auflösungsgrad von Molekülen und Atomen betrachtet würden. Trotz aller sonstigen Einwände gibt es kein Gesetz, das das eine oder das andere dieser Konzepte als – operationale – Wissensbasis grundsätzlich ausschließen würde. Beide bilden nur einen anderen Typ von Wissbarkeiten ab.

[60] Wie schon im Falle des ZehnHoch-Szenarios – und überall sonst in ‚Abstraktionskegeln‘ – könnte man die Zoomfahrt hier in diesem Kegel auch ganz anders anlegen; man kann beim ‚Herumreisen’ ganz woanders starten und – stützstellenmäßig – unterwegs bei ganz anderen Wissbarkeiten verharren. Mit für diese ebenfalls angebbarer Position im ‚all-unifizierenden Raum‘!

[61] N. B.: Im „Zoomfahrt“-Szenario des ‚Reisens durch die Materielle Welt‘ werden beide ‚Paletten an Freiheits­graden‘ ausschließlich für die Änderungen an der ‚Position des Beobachter‘ genutzt. Nicht jedoch für ihn in seiner Rolle alsAktiv Handelnder!
– [\‚Abbildbarkeit‘ – als solche; \„Perspektiven“ + Perspektivwechsel; \zur „Kosmologie“; \„Änderung“ – als solche; \»Ein­griffe in die WELT« – als solche; \Kognitiver Prozesstyp: „Macher“; \Die ‚Palette der Freiheitsgrade‘ der Bewegung + des Handelns in der Materiellen Welt; \Die ‚Palette der Freiheitsgrade‘ der Bewegung + des Handelns in der Kognitiven Welt; \...]

[62] Wer – jetzt schon – die Frage nach dem „Nutzen“ solcher Bemühungen bzw. nach dem Wert eines »Kognischen Universalatlasses« stellen möchte, möge sich – analog – erst einmal nach dem konkreten Nutzen klass­ischer ‚Planzeichnungen’; ‚Karten’; ‚Atlanten’ und ‚Enzyklopädien’ fragen. Und warum man persönlich bzw. staatlicherseits einen derartigen Aufwand für Ausbildung in Mathematik und Geografie“ betreibt.